10 Jahre nach Beginn des Krieges in Libyen – Was sagen Clintons Mails über die Motive des Westens? | Anti-Spiegel

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20-03-21 10:22:00,

Es ist jetzt zehn Jahre her, dass die Aufstände, die schließlich zum Sturz von Gaddafi geführt haben, im Osten Libyens begonnen haben. Heute sind viele damals noch geheime Dokumente öffentlich, weshalb sich ein Blick zurück lohnt.

Ein Experte der russischen Nachrichtenagentur TASS hat einen Rückblick über den Beginn des Krieges geschrieben und dabei auch die Informationen eingearbeitet, die heute dank geleakter Mails der damaligen US-Außenministerin Hillary Clinton bekannt sind. Ich habe den Artikel der TASS übersetzt und die Links so gesetzt, wie sie im Original gesetzt waren.

Beginn der Übersetzung:Warum wurde Gaddafi gestürzt? Clinton-Dokumente beleuchten Sarkozys Pläne

Vor zehn Jahren traten westliche Länder in den libyschen Bürgerkrieg ein. Und sie erreichten den Sieg zum Preis einer schnell gekommenen Enttäuschung

Am 19. März 2011 hoben französische, britische und amerikanische Kampfflugzeuge ab. Ihr Ziel war Libyen, wo die Einheimischen seit mehr als einem Monat an der Küste nahe der Stadt Bengasi gegen die Zentralregierung von Oberst Muammar al-Gaddafi kämpften. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat die Rolle des Hauptanstifters der Kämpfe übernommen. Er argumentierte, dass die rebellische Enklave ohne die westliche Intervention Massenmorde zu erwarten hätte, die mit denen im bosnischen Srebrenica vergleichbar wären. Aus Dokumenten, die in den letzten zehn Jahren veröffentlicht wurden, geht hervor, dass Paris vor allem seine eigenen Interessen verfolgte. Sarkozy hoffte, den französischen Anteil an der libyschen Ölproduktion zu erhöhen und Gaddafis Pläne zur Schaffung einer panafrikanischen Währung zu durchkreuzen, die das an Paris gebundene Währungssystem hätte abdrängen können. Vor dem 19. März kündigte die libysche Regierung die Aussetzung der Feindseligkeiten an, konnte aber die Invasion westlicher Truppen nicht durch diplomatische Manöver verhindern. Der Krieg in Nordafrika nahm rasch neuen Schwung auf.

Die Unruhen in der östlichen Provinz Cyrenaica, zu der auch Bengasi gehört, hatten für Muammar al-Gaddafi, der seit dem Militärputsch 1969 die Macht in Libyen in den Händen hielt, nie aufgehört, eine Gefahr darzustellen. In der Vergangenheit war Bengasi die Hauptstadt des ganzen Landes, die während der Herrschaft Gaddafis schnell ihre Bedeutung verloren hat. Gegen die östlichen Stämme, die die von ihm gestürzte Monarchie verteidigten, umgab sich der libysche Führer mit Vertretern des Westens des Landes. Das von ihm geschaffene Verwaltungsmodell sah eine ungleiche Verteilung der Öleinnahmen vor: Die Städte Bengasi und Derna wurden systematisch unterfinanziert, und ihre soziale Infrastruktur stagnierte oder verfiel.

„Das Öl brachte viel Geld,

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