Grüne neue Welt

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20-03-21 11:23:00,

Robert Habeck ist sauer. Die Abkehr von der 35er-Inzidenz „war politisch begründet, nicht virologisch“, gab der Grünen-Chef bei Maybrit Illner zum Besten. Die Beschlüsse vom Mittwoch, 3. März 2021, würden sich „bitter rächen.“ Was Habeck als unverantwortlich bezeichnet, könnte man auch schlicht Demokratie nennen. Virologen nämlich wurden von den Bürgerinnen und Bürgern nicht gewählt, Politiker schon — selbst wenn man über den Mehrheitsgeschmack streiten kann. Hört man dem grünen Menschenfischer derzeit zu, so kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, er sei aus der gleichen Klon-Vorlage hervorgegangen, die uns auch Karl Lauterbach beschert hat. Fordern Laschet, Spahn oder Söder einen langen Lockdown, so protestiert Habeck heftig — allerdings nur, weil er einen noch längeren will.

„Wir sind am Beginn einer dritten Welle und reden über Öffnungen, statt Dinge umzusetzen — zu impfen, zu testen“, sagte er im Interview mit Deutschlandfunk. Der einzige Einwand von Interviewer Philipp May: Die Politik rede sonst doch auch nicht gerade wenig über das Impfen und Testen. Darauf Habeck:

„Aber sie macht es nicht. Sie redet darüber. Vielleicht ist das das Problem, dass sie darüber redet, statt die Dinge mal einfach umzusetzen.“

Die Bundesregierung wolle „es allen recht machen“. Gemeint ist wohl, sie versuche den Lockerungsbefürwortern ein bisschen entgegenzukommen. Wäre der Grünen-Chef an der Macht, würde er es wohl nur einer gesellschaftlichen Gruppe recht machen wollen: den stählernen Lockerungs-Gegnern. Und das um buchstäblich jeden Preis — einen Preis, den vor allem Einzelhändler, Tourismusindustrie und Kulturschaffende zu zahlen hätten, die — ohnehin schon angeschossen — mit einer weiteren Verlängerung nun ihrem finalen Todesschuss entgegensehen.

Der Grünen-Chef, der sich anfangs durch subtile philosophische Betrachtungen einen Namen gemacht hatte, scheint zum Sacrificium Intellectus — zum Opfer des Verstandes — wild entschlossen zu sein und argumentiert entschieden unterkomplex. Warum uns seine weder originellen noch sehr weitsichtigen Äußerungen überhaupt kümmern müssen? Nun, an den Olivgrünen, die in Baden-Württemberg am 14. März wieder einmal einen triumphalen Sieg eingefahren hatten, führt derzeit kein Weg vorbei. Schwarz-Grün, Grün-Schwarz, Grün-Rot-Gelb oder — unwahrscheinlicher — Grün-Rot-Rot lauten die Optionen für Corona-Deutschland. Am Wahlsonntag wurden die Weichen von einem wieder einmal ratlos und verzagt agierenden Wahlvolk wohl endgültig in diese Richtung gestellt.

Die Deutschen — zumindest die des Südens und Westens — scheinen nicht lernfähig, wählen die, die sie immer wählen,

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