Verstummte Zweifel

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20-03-21 10:34:00,

Der britische Guardian schrieb noch am 8. Februar 2021 Folgendes über den tansanischen Präsidenten Magufuli, der in seinem Land keine „Corona-Maßnahmen“ durchführen ließ (5, 6):

„Es wird Zeit für Afrika, Tansanias Anti-Impf-Präsidenten zu zügeln. John Magufulis leichtfertige Missachtung der Auswirkungen von Covid in der Region der Großen Seen heizt Verschwörungen an und gefährdet Leben.“

Der Artikel erschien in der Reihe „Global Development“, die ganz offiziell von der Bill & Melinda Gates Foundation finanziert wird. Beim Guardian heißt dazu (7):

„Über diesen Inhalt: Diese Website wird zum Teil mit Unterstützung der Bill and Melinda Gates Foundation finanziert. Der Journalismus und andere Inhalte sind redaktionell unabhängig und ihr Zweck ist es, sich auf die globale Entwicklung zu konzentrieren.“

Jetzt ist John Magufuli tot. Die britisch-amerikanische Nachrichtenagentur Reuters meldete am 17. März 2021 mit einem einzigen lapidaren Satz (8):

„Tansanias Vizepräsidentin Samia Sulhu Hassan hat am Mittwoch im staatlichen Fernsehen den Tod von Präsident John Magufuli bekannt gegeben.“

Bereits im Juli 2020 starb der Präsident von Burundi an einem angeblichen Herzinfarkt (9, 10). Er hatte zuvor die weltweiten Corona-Maßnahmen scharf kritisiert und die WHO aus dem Land geworfen (11). Der neue Präsident machte die Corona-Politik seines Vorgängers umgehend rückgängig.

Der Guardian hängte übrigens, wie einige andere auch, einen völlig aus der Luft gegriffenen Corona-Verdacht, für den es keine Quellen gab, an den „Herzinfarkt“ des Präsidenten dran:

„Burundis Präsident stirbt an Krankheit mit Verdacht auf Coronavirus. Regierung bezeichnet den ‚unerwarteten‘ Tod von Pierre Nkurunziza als Herzinfarkt.“

Der zweite Satz ist die offizielle Aussage der Regierung. Der erste Satz ist eine reine spekulative Erfindung des Guardian und anderer Medien. Niemand in Burundi hat das seriös je behauptet. Es wurde im Guardian-Artikel einfach drangedichtet:

„Der scheidende Präsident von Burundi ist an einer plötzlichen Krankheit gestorben, die von vielen als Covid-19 vermutet wird.“

Das alles mit dem typischen Habitus des Kolonialherren, nach dem der „dumme“ Afrikaner sowieso nichts zu melden hat — ob Präsident oder Straßenhändler — und der weiße Mann das jetzt erst einmal richtig einordnen muss.

Man sollte sich einmal vergegenwärtigen, was durch das Hinzufügen von Satz 1 hier passiert: Zuvor hätte man wohl nur darüber diskutiert, ob der Präsident denn eines natürlichen Todes starb oder getötet wurde — plötzliche Herzinfarkte gehören bekanntermaßen nun Mal zum Standardrepertoire von Geheimdiensten und anderen Auftragskillern.

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