Aufklärung oder Autorität?

aufklarung-oder-autoritat?

24-03-21 02:16:00,

Prof. Günter Kampf, Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin, hat ein Buch geschrieben, in dem er Nutzen und Risiken der Corona-Maßnahmen einander gegenüberstellt. Multipolar veröffentlicht einen Abschnitt daraus, in dem es um die Politisierung der Wissenschaft und die unrühmliche Rolle von Ärztefunktionären dabei geht. Kampf mahnt: „Es ist höchste Zeit, das Verleumden und Beleidigen andersdenkender Kollegen zu beenden und strittige Fragen im Sinne der Aufklärung in einem ergebnisoffenen und respektvollen Dialog zu klären.“

GÜNTER KAMPF, 24. März 2021, 0 Kommentare

Im Juli 2020 machte der Präsident des RKI mit einer interessanten Aussage auf sich aufmerksam:

„Die Abstands- und Hygieneregeln müssen noch monatelang bleiben. Diese dürfen nie infrage gestellt werden.“

In dieser Aussage zeigt sich ein ungewöhnliches Selbstverständnis. Wenn man fest davon überzeugt ist, dass die Abstands- und Hygieneregeln die Ausbreitung von SARS-CoV-2 tatsächlich verhindern können, ist es mehr als legitim, alles für ihre Umsetzung und Einhaltung zu tun. Denn mit guter Aufklärung kann man sicher viele Menschen davon überzeugen, diese Regeln einzuhalten. Dazu müssten die Menschen jedoch verstehen, was die Maßnahmen tatsächlich bringen und wie gut der wissenschaftliche Beleg für den Nutzen ist. Wenn jedoch einzelne Maßnahmen in der Fachwelt hinsichtlich ihres Nutzens umstritten sind, wird es schwer werden, gute Überzeugungsarbeit zu leisten, da es einige gute Argumente geben wird, die den angeblichen Nutzen berechtigterweise in Frage stellen. Und damit kommen wir zu einem heiklen Teil der oben zitierten Aussage, der mich sprachlos macht: „Diese dürfen nie infrage gestellt werden“.

Immanuel Kant (1784): „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.“

Am 19. November 2020 schreiben Prof. Dr. Carl Heneghan und Dr. Tom Jefferson, beide vom Zentrum für Evidenzbasierte Medizin an der Universität Oxford in England, einen Artikel in der Zeitschrift Spectator und berichten über die Ergebnisse der „dänischen Masken-Studie“, die in den Annals of Internal Medicine veröffentlicht wurde. Das Ergebnis dieser Studie war, dass es keine signifikante Reduktion von COVID-19-Fällen gab, wenn die Menschen OP-Masken im öffentlichen Raum trugen. In ihrem Beitrag für den Spectator beschreiben die britischen Wissenschaftler die dänischen Ergebnisse und setzen diese in Bezug zu anderen Studien, die mit weniger robusten Methoden generiert wurden.

 » Lees verder

%d bloggers liken dit: