Die Außenseiter

die-ausenseiter

24-03-21 11:30:00,

Das Wort „Corona“ löst in uns allen etwas aus. Angst, Verzweiflung oder Panik scheinen seit einem Jahr die Menschen im Griff zu haben — mich eingeschlossen. Aber nicht, weil ich Panik vor dem Virus habe, nein, ich habe Angst vor der gesellschaftlichen Spaltung und dem teils sehr extremen Vorgehen gegenüber Regierungskritikern. Es scheint, als würde sich die Welt immer schneller drehen. Wir blicken mit Ungewissheit in die Zukunft und niemand kann einem versichern, was in ein paar Tagen sein wird, geschweige denn in einem halben Jahr. Diese Unsicherheit und Überforderung spiegelt sich immer mehr in unserer Gesellschaft wider.

Im Laufe des vergangenen Jahres bin ich immer kritischer geworden. Meine Mitschüler würden mich wahrscheinlich mittlerweile als ignorante „Corona-Leugnerin“ betiteln.

Weder trage ich eine Maske noch lasse ich mich dreimal pro Woche in der Schule testen.

Ganz klarer Fall also: Ich setze die Gesundheit meiner gesamten Schule aufs Spiel. So ist zumindest die Denke vieler Leute.

Schon im Sommer hat es angefangen. Obwohl sich viele Jugendliche nicht wirklich an die Kontaktbeschränkungen hielten, wurde jeder schief angeschaut, der sich kritisch äußerte. Damals noch sehr bedacht darauf, was ich sage und denke, gab es nur kleinere Diskussionen über die Maßnahmen. Augenscheinlich war ich ja noch auf der „richtigen“ Seite, weil ich mich größtenteils an die Spielregeln hielt. Mein Freund allerdings nicht: Von Anfang an ist er auf Demos gegangen und hat sich gegen die überzogenen Maßnahmen der Regierung eingesetzt. Mit dem Thema hatte ich nicht viel zu tun, trotzdem wurde mir von Mitschülern vorgeworfen, ich müsse diese Hygiene-Demos gutheißen, da ich ja schließlich mit meinem Freund zusammenbleibe, obwohl er dort hingeht. Ganz schön surreal, oder?

Über die Monate hat sich die ganze Situation zugespitzt. Doch ich denke, der ausschlaggebende Zeitpunkt war, als ich ein Attest bekam, um im Unterricht keine Maske tragen zu müssen. Ich wurde abgestempelt und mir wurde pures Unverständnis entgegengebracht, nur weil ich kein Stückchen Kunststoff mehr vor dem Mund trug und so aus der Masse herausstach.

Ich war immer ein Mensch mit vielen Freunden, doch gerade jetzt merkte ich, wie viele auf mich herabschauten und sich als etwas Besseres sahen.

Doch wie extrem die Situation tatsächlich ist, bemerkte ich erst in den vergangenen Wochen. Kurz nach Weihnachten wurde ein Mitschüler positiv auf Covid-19 getestet und wir sollten alle in Quarantäne auf unsere Zimmer,

 » Lees verder

%d bloggers liken dit: