Der vergessene Krieg

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25-03-21 11:43:00,

Zwanzig Jahre Afghanistan. Das aktuelle Mandat für unsere Beteiligung am Afghanistankrieg läuft Ende März 2021 aus. Nun soll es um zehn Monate verlängert werden, bis zum 1. Januar 2022: „Wie bisher sollen bis zu 1.300 Soldaten im Rahmen der NATO-Ausbildungs-, Beratungs- und Unterstützungsmission ‚Resolute Support‘ entsendet werden können“, heißt es auf bundestag.de. In Afghanistan „ist die Bundeswehr als zweitgrößter Truppensteller hinter den USA mit bis zu 1.300 Soldaten engagiert“, so die Tagesschau. Der Bundestag hat zuletzt am 13. März 2020 die Fortsetzung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan um ein Jahr beschlossen. Die Linkspartei und die AfD stimmten geschlossen dagegen.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer wirbt aktuell für die Verlängerung des Mandats. Dabei erklärte sie, Deutschland stehe zu seiner „Verantwortung“, die es für die Menschen in Afghanistan übernommen habe, und zu seinen „Zusagen gegenüber internationalen Partnern“ sowie zur „Solidarität unter den NATO-Verbündeten“. Das gemeinsame „militärische Engagement“ sei dabei ein wichtiger Faktor, um dem „inneren Friedensprozess“ Afghanistans sowie den „Anstrengungen des zivilen Aufbaus“ und der „Entwicklungszusammenarbeit in Afghanistan“ die „nötige Zeit und den nötigen Raum“ zu geben. Aus meiner Sicht ist das Kriegspropaganda.

Wofür genau sind wir „verantwortlich“, womit genau „solidarisch“, welchen Effekt haben ausländische Militärs seit vielen Jahrzehnten auf den „inneren Friedensprozess Afghanistans“, und trifft die oft bemühte Darstellung von „zivile(m) Aufbau und Entwicklungszusammenarbeit“ hier überhaupt zu? Kann man einen Brand mit Feuerwaffen löschen? Zeit für eine Rückschau.

Der Filmemacher Michael Moore beschreibt in seinem Buch „Volle Deckung Mr. Bush“ die Stimmung kurz nach dem 11. September 2001. Seine Schilderung der damaligen Panikmache erinnert erschreckend an unsere ganz aktuelle Situation, heute allerdings in Bezug auf einen völlig anderen, unsichtbaren Feind. Es lohnt daher eine Erinnerung daran:

„Unsere Führer möchten uns glauben machen, dass dies ein Guerillakrieg ist, geführt von Tausenden ausländischer Terroristen/Soldaten, die heimlich in unserem Land leben Aber das ist es nicht, was sich hier abspielt, und es ist höchste Zeit für einen Realitätscheck. Amerikaner werden sehr selten vom internationalen Terrorismus und so gut wie nie auf amerikanischem Boden ins Visier genommen. Im Jahr 2000 betrug die Wahrscheinlichkeit, als Amerikaner in den Vereinigten Staaten einen Terroranschlag zum Opfer zu fallen, exakt Null. (…)

Im Jahr 2001 war es viel wahrscheinlicher,

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