Der Maßnahmen-Prophet

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26-03-21 04:06:00,

Die staatspolitische Schrift „Politik“ des Aristoteles (384 bis 322 vor unserer Zeit) ist in acht Bücher aufgeteilt. Im elften Kapitel des fünften Buches, Abschnitt 1313b, schreibt der Philosoph über die Strategien und Maßnahmen der Tyrannei. Im Folgenden wollen wir uns diese Ausschnitt für Ausschnitt ansehen und Verlinkungen mit der heutigen Situation herstellen.

„Es sind dies die früher beschriebenen Maßnahmen, die Tyrannen zum Erhalt ihrer Herrschaft anwenden, so weit das möglich ist, nämlich die überragenden Männer zu erniedrigen und die selbstbewussten zu beseitigen, gemeinsame Mahlzeiten, Zusammenschluss zu einem Klub, Erziehung oder Ähnliches nicht zu gestatten, sondern alles genau zu überwachen, was gewöhnlich zwei Auswirkungen hat: Selbstbewusstsein und gegenseitiges Vertrauen; (zu tyrannischen Maßnahmen gehört auch, den Untertanen) Treffen, die der Bildung gewidmet sind, oder anderer Zusammenkünfte zu geselligen Zeitvertreib nicht zu erlauben und alles in ihrer Kraft zu tun, so-dass die Untertanen, so weit möglich ist, sich nicht näher kennenlernen; denn Bekanntschaft bewirkt, dass sie eher Zutrauen zueinander fassen“ (1).

Sehen wir uns doch zunächst das aller Offensichtlichste an — das Verbot sich zum Zweck der Bildung, der Erziehung oder des Zeitvertreibs zusammenzuschließen, einen „Klub“ zu gründen und Ähnliches. Heute kennen wir diese Maßnahme unter dem Begriff „Social Distancing“. Eine Maßnahme, die vorgeblich unserem reziproken Schutz vor wechselseitiger Ansteckung dienen soll, doch im Grunde genommen genau die Absicht verfolgt, wie Aristoteles sie beschreibt: „ … sich nicht näher kennenlernen; denn Bekanntschaft bewirkt, dass sie eher Zutrauen zueinander fassen.“

Wir bewegen uns in einer kontaktlose Gesellschaft, in der die Individuen voneinander isoliert leben, einander nicht trauen, denn ein jeder könnte die Keimquelle des eigenen Todes in Form eines Virus in sich tragen.

Daher muss diesem aus dem Weg gegangen werden, und wenn es denn mal zu einem Treffen kommt, begrüßt man sich per Ellenbogen- oder Fußcheck, einer Begrüßungsform, bei der es nicht zu einem potenziell „virologisch übertragbaren“ Hautkontakt kommt. In dieser Gesellschaft ist der Menschen — der Homo hygienicus wie ihn der Anthropologe Matthias Burchardt 2020 neu aufgriff — des Menschen Keimquelle.

Aristoteles spricht noch einen weiteren Aspekt an: „die überragenden Männer zu erniedrigen und die selbstbewussten zu beseitigen“. Dies beobachten wir 2020/21 mit der Diffamierung und dem Mundtotmachen all jener, die als Ghostbuster dieses Zeit(polter)geistes auftreten und unmissverständlich klar ihre Stimme gegen den gleichgeschalteten Strom erheben,

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