Die Hybridmedien

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26-03-21 03:57:00,

Beiträge in Sozialen Medien, aber auch Internetseiten verschwinden, entweder aufgrund von Zensur oder weil der Betreiber der Seite „müde“ ist; Suchmaschinen sorgen mit Algorithmen für die „richtige“ Auswahl von Informationen; kommerzielle Gründe verhindern Veröffentlichungen in kommerziellen Verlagen; Medien in Fremdsprachen und teure Bücher stehen nur Menschen einer bestimmten Klasse zur Verfügung; „Wissen ist Macht“, aber das Wissen ist beschränkt auf diejenigen, welche es sich leisten können, Wissen zu kaufen; hochinteressante und wichtige digitale Beiträge gehen unter in dem Tsunami von Spam-Informationen, mit denen der Mainstream die digitalen Medien überschwemmt.

Das sind nur einige der Beweggründe, weswegen sich eine Gruppe Gleichgesinnter am 25. Januar 2021 entschlossen hat, unter dem Titel „Die Politikchronisten“ einen Verein zu gründen, der Medien fördern will. Außerdem steht auf dem Plan, analoge und digitale Medien stärker zu verbinden, neue Wege der haptischen Erfahrung zu entwickeln, wichtige gesellschaftliche Diskussionsbeiträge und historische Beschreibungen „unlöschbar“ zu machen.

Zu fördern sind nach Meinung des Vereins solche Medien, die nicht oder nicht ausreichend beachtet werden, aber durchaus eine gesellschaftliche Relevanz haben: zunächst Bücher, die Wissen vermitteln, Meinungen vertreten oder Diskussionsbeiträge sind, durch welche die deutschsprachige Gesellschaft pluralistisch und vielseitig informiert wird.

Während sich viele kommerzielle Verlage ideologisch positioniert haben, will der Verein vollkommen überparteilich und neutral sein. Allerdings deutet sich zu Beginn an, dass vorwiegend gesellschaftskritische und gegen den Mainstream gerichtete Sichtweisen beziehungsweise deren Autoren bereit sind, mit dem Verein zusammen zu arbeiten. Aber das mag sich durchaus in den nächsten Jahren ändern. Möglicherweise wird auch eine Rolle spielen, wenn der Verein ein übliches Autorenhonorar zahlen kann, was für Autoren, die von ihrer Arbeit den Lebensunterhalt bestreiten müssen, eine Notwendigkeit darstellt, aber zu Beginn leider noch nicht möglich ist.

Ein Beispiel wie der Verein einen offenen Diskurs, den Austausch von These, Antithese und schließlich Synthese zur Überbrückung der gesellschaftlichen Spaltung fördern will, sind Bücher von Autoren, die gegensätzliche Ansichten vertreten.

Für einige Jahrhunderte war der intellektuelle Austausch von Briefen ein wichtiges Werkzeug der Information und Meinungsbildung. Vor diesem Hintergrund schlägt der Verein zum Beispiel vor, Briefwechsel zwischen Autoren in einem gemeinsamen Buch zu veröffentlichen (1).

Im Kontakt mit englischsprachigen Wissenschaftlern erhielt der Verein auch Zusagen, deutschsprachige Versionen von wissenschaftlichen Publikationen, welche von Verlagen nicht übersetzt werden, veröffentlichen zu dürfen. Außerdem wird über Jahrbände nachgedacht, in denen bestimmte Themen eines bisher nur digital arbeitenden Anbieters zusammengefasst und so aus dem Meer digitaler Angebote herausgehoben werden.

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