Fritz Glunks „Schattenmächte“ – ein Buch passend zur aktuellen Diskussion um den „Great Reset“

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28-03-21 12:55:00,

Unter Corona-Maßnahmenkritikern wird seit einiger Zeit die These diskutiert, inwieweit mit der aktuellen Corona-Politik auch der „Great Reset“ umgesetzt werden soll, eine Art großer gesellschaftlicher Neustart, hinter dem der Gründer des Weltwirtschaftsforums, Klaus Schwab, steckt. Wesentliche Bestandteile dieses „Great Reset“ sind die Verlagerung von politischer Macht hin zu überstaatlichen Institutionen (Global Governance), eine starke Einflussnahme von privaten Großkonzernen auf die Gesetzgebung (Korporatismus) sowie die Digitalisierung aller Lebensbereiche (Künstliche Intelligenz, Tracking, Digitale Identitäten, usw). Von Thomas Trares.

Tatsächlich gab es diese Entwicklungen auch schon vor Corona. Den Aspekt des Global Governance etwa hat der Literaturwissenschaftler und Gründungsherausgeber des politischen Magazins „Die Gazette“, Fritz Glunk, in seinem 2017 erschienenen Buch „Schattenmächte – Wie transnationale Netzwerke die Regeln unserer Welt bestimmen“ aufgegriffen. Was diese Schattenmächte ausmacht, beschreibt Glunk wie folgt:

„Es gibt eine unbekannte, nirgendwo registrierte Anzahl formloser Gruppen (in internationalen Handelsverträgen nur ´bodies´ genannt), in denen, jeweils für eine Branche, Wirtschaftsvertreter und staatliche Behörden zusammensitzen und globale Regeln und Normen (transnationale Regime) festlegen; die Gruppen sind ungreifbar und formlos, sehr oft nicht einmal eine rechtsfähige Organisation; ebenso informell sind auch ihre Beschlüsse oder Beinahe-Beschlüsse oder Vereinbarungen, die dann als ´soft law´ oder noch weicher als Empfehlung oder Meinungsäußerung auftreten, manchmal auch beides gleichzeitig; keine dieser Gruppen ist gewählt oder abwählbar oder einer demokratischen Kontrolle unterworfen; manche der so global verabredeten Normen werden, so wie sie sind, de facto oder de jure zu geltendem Weltwirtschaftsrecht.“ (S. 134)

Einem britischen Handbuch zufolge soll es mehr als 2.000 solcher „Schattenmächte“ geben. Die bekanntesten sind laut Glunk die G20, also die Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer, sowie der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht. Beide haben in der Aufarbeitung der Finanzkrise eine wesentliche Rolle gespielt. Laut Glunk handelt es sich bei der G20 jedoch um einen rein privaten Club von Regierungschefs ohne Organisation, Adresse, Weisungsrecht oder Mandat. Auch der Basler Ausschuss hat weder eine Telefonnummer noch eine eigene Adresse, ist aber die „weltweit wichtigste normgebende Instanz für die Bankenregulierung“. Der Ausschuss war verantwortlich für die Regelwerke Basel I bis Basel III, also für die Eigenkapital- und Liquiditätsvorschriften der Banken.

Interessant ist auch, dass viele dieser „Schattenmächte“ aus dem Pharmasektor kommen. Besonders hervorzuheben ist hier die International Conference on Harmonisation of Technical Requirements for Pharmaceuticals for Human Use (ICH). Gegründet wurde die ICH 1990 in Brüssel,

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