Die digitale Gefangenschaft

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30-03-21 02:08:00,

Die sogenannten Maßnahmen führen, wenn wir sie nicht befolgen, für uns zu folgendem Erleben: Wir werden ausgegrenzt und ausgeschlossen aus der „Gemeinschaft der Willigen und Fügsamen“, können unsere Einkäufe des Lebensnotwendigen nicht mehr ohne körperliche und seelische Angriffe und Gewalt machen, werden ausgeschlossen aus kulturellen und religiös-spirituellen Veranstaltungen. Dasselbe geschieht uns, wenn wir öffentliche Verkehrsmittel benutzen möchten. Wir leiden noch mehr unter der sogenannten Kontaktbeschränkung, da hierdurch, durch diese von oben diktierte Spaltung, unsere Familien und Freundeskreise zerstört werden.

Ein viel größeres Problem ist, obwohl kaum erkannt, weil es so unliebsam ist: Wir verlieren uns in der virtuellen Welt. Wir denken, nur dort könnten wir mit Gleichgesinnten kommunizieren oder „zusammen sein“. Die virtuelle Welt ist jedoch eine Illusion! Es sieht nach Kontakt aus, nach Kommunikation, es sieht so aus, als täten wir da etwas, als würden wir uns dort einbringen und gestalten können. Es sieht so aus, als könnten wir dort „leben“! Wie fatal das ist! Es ist eine Täuschungsmaschinerie!

Die virtuelle Welt, all die Kanäle, wo wir uns tummeln, teilweise fast den ganzen Tag, sie sind nützlich, unbestritten. Sie können perfekt einen Informationsaustausch anbieten; das ist wichtig und gut, wo wir doch sonst keinerlei echte Informationen mehr bekommen können. Doch alles, was wir dort darüber hinaus tun, ist nicht nur eine Täuschung, da steckt der Teufel drin.

Jeder, der intensiv bemüht ist, gerade in dieser Zeit, Menschen zusammenzubringen, mit ihnen gemeinsam eine Arbeit zu tun — zum Beispiel und vor allem im Widerstand —, muss erleben, dass viele gute Ideen und Ansätze nach wenigen Wochen in den Kanälen totdiskutiert sind und in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.

Nicht nur, weil sich dort auch Gegner und Störer tummeln, die alles kaputt machen, wenn von den Widerständlern nicht erkannt wird, wer diese sind. Sondern vor allem, weil dieses virtuelle Medium im Sozialen schädlich wirkt, einfach nur deshalb, weil es ist, was es ist: anonym, unverbindlich, Lebenszeit raubend, Energie und Kraft bindend und vernichtend. Und es trennt in Wahrheit die Menschen voneinander und verhindert echte Begegnung und echte Mitmenschlichkeit.

Mein Mann und ich erleben das seit vielen Jahren und im gerade vergangenen Jahr ganz besonders: Überall, wo wir beide tätig waren, schon im zeitigen Frühjahr 2020, war dieselbe Entwicklung zu erkennen. Zündende Ideen, zum Teil großartige Inspirationen mit einem enormen Zulauf von Menschen, die darin einen Hoffnungsschimmer erkannten und hochmotiviert mitmachen wollten.

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