Die Kliniklüge

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31-03-21 01:39:00,

Deutschland sitzt im Dauerlockdown. Die immer neuen Regeln kann kaum noch einer nachvollziehen. Mit Massentests in Schulen und Kindertagesstätten lässt die Politik nun auch den sogenannten Inzidenzwert hochtesten, und gesunden Minderjährigen droht immer neue Quarantäne. Die Zahlen von positiv Getesteten steigen, und wie schon im gesamten Vorjahr warnen Mediziner erneut vor einer Überlastung der Kliniken. Der wissenschaftliche Leiter des Registers der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), das Kapazitäten und Bettenbelegung erfasst, versuchte sich dabei auch als Politiker: Ein härterer Lockdown müsse her, um schwere Fälle zu verhindern.

Die neue Dystopie heißt „Killermutation“, eine in Großbritannien erstmals gesichtete Coronavirus-Mutation, die angeblich viel ansteckender und tödlicher sei als die bisherige. Allen Versprechen im vergangenen Jahr zum Trotz — „nie wieder Lockdown“ — und ohne jeden Beleg für die Wirksamkeit der massiven Freiheitsbeschränkungen strebt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nun bundesweite Ausgangsbeschränkungen an, derweil die politische Kampagne fürs Impfen mit nebenwirkungsreichen Vakzinen auf Hochtouren läuft.

Doch der Dystopie von aus den Nähten platzenden Krankenhäusern zum Trotz — die Realität ist anders: Mit Patienten überfüllte Kliniken gab es in Deutschland nie — im Gegenteil. Eine Analyse des Instituts für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) ergab eine „historisch niedrige Bettenauslastung“ in deutschen Kliniken im ersten Pandemiejahr. Die Überlastung liegt offenbar allein am Personalmangel und profitorientierten Missmanagement im Gesundheitswesen.

Den bisher nur im Ärzteblatt veröffentlichten Daten zufolge sank die Zahl der 2020 abgerechneten Behandlungsfälle gegenüber 2019 sogar massiv um fast 13 Prozent von 19,2 auf 16,8 Millionen. Das heißt: 2020 behandelten die Krankenhäuser in der Bundesrepublik 2,4 Millionen Patienten weniger als 2019.

Einen besonders starken Rückgang der Fallzahlen verzeichneten die Autoren Ulrike Nimptsch und Reinhard Busse von der Technischen Universität (TU) Berlin in kleinen und mittleren Krankenhäusern. Dort schrumpften die Verweiltage pro Patient um 15 beziehungsweise 13 Prozent, in großen Kliniken um 11 Prozent. Die Bettenauslastung sei damit auf ein „historisches Allzeittief“ zurückgegangen. Gemessen an der Bettenzahl lag diese 2019 bei 75 Prozent. Im Pandemiejahr eins hingegen waren kleine Häuser gerade noch zu 62,1 Prozent, mittlere zu 66,3 Prozent und große Kliniken zu 71,2 Prozent belegt.

Die neuen Daten bestätigen eine Teilanalyse,

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