Die geraubte Kindheit

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01-04-21 12:09:00,

Und dann kam die Maske, der sogenannte Mund-Nase-Schutz. Am Anfang herrschte noch große Kreativität bei Form, Farbe und Design. Auch trugen viele das Emblem ihres Fußballvereins im Gesicht, einen coolen Spruch, Tierfratzen oder schräge Muster. Es war fast wie ein Wettbewerb um die auffälligste Vermummung. Mütter nähten im Akkord. Witze wurden gemacht. Corona? Maske, Toilettenpapier, Backhefe.

Maske tragen — das kannte man bislang nur von asiatischen Touristen sowie Chirurgen im OP — und es kam einem immer irgendwie befremdlich vor. Aber schnell nahmen die Alltagsmasken ihren Platz im Alltag ein. Sie sollen offenbar selbst vor Viren schützen, obwohl die Hersteller dies auf der Verpackung ausschließen. Wer keine Maske trägt, gefährdet nicht nur sich, sondern besonders auch die anderen. So wird es immer wieder gebetsmühlenartig postuliert vonseiten der Regierung. Ob dies tatsächlich so ist, werde ich im nächsten Kapitel genauer betrachten.

Zurück in die Schule. Das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes im Unterricht, in der Pause, an der Bushaltestelle, im Schulbus stellt für viele Kinder und Jugendliche eine echte Belastung dar. So ist es fast unmöglich, Befindlichkeiten, Gesichtsausdruck, Stimmung, Botschaften und Mimik zu erkennen.

Der Kabarettist Bülent Ceylan antwortet in einem Interview: „Früher hat man sich angelächelt, heute sieht man nur noch die Augen!“

Dazu kommen die gesundheitlichen Bedenken hinsichtlich der stundenlangen Gesichtsbedeckung: Infektionsanfälligkeit, Bakterien, Atemnot, Kurzatmigkeit, Kohlendioxid.

Wenn Schülerinnen und Schüler dazu aufgefordert werden, andere zu „melden“, die keine Maske tragen, dann bewegen wir uns auf gefährlichem Terrain. Nicht das kritische Nachfragen, die gesunde Skepsis und der berechtigte Zweifel an der Maßnahme „Maske“ sind anrüchig, sondern die Aufforderung zur Denunziation. Dazu der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann: „Melden von Corona-Verstößen ist sinnvoll.“

Ich plädiere für eine sorgfältige Schaden-Nutzen-Abwägung. Was kann die Mund-Nase-Bedeckung wirklich leisten? Ist die Verhältnismäßigkeit dieser Maßnahme gerechtfertigt? Ich erhebe den Anspruch auf evidenzbasierte, wissenschaftlich-sachliche Betrachtung und Untersuchung, fern von Lobbyismus, Rechthaberei oder parteipolitischem Geklüngel.

Abstand, Maske, Lüften: Das sind die „drei Eckpfeiler“ schulischer Maßnahmen zur Eindämmung beziehungsweise Verhinderung von Ansteckung. Es nimmt zuweilen schon fast groteske Züge an, wenn die Schüler mit Wolldecken, Wärmflaschen, Kissen und Teekannen im Klassenraum sitzen, weil den ganzen Vormittag die Fenster weit offenstehen. Erkältungskrankheiten sind somit vorprogrammiert. Lüften ist wichtig, ohne Frage. Aber im Winter stundenlanges Ausharren in kalten Räumen — wie soll da ein effektives Lernen möglich sein? Auch hier muss man feststellen,

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