Generation beleidigt – Ein neues Buch über eine Generation mit totalitärem Machtanspruch

generation-beleidigt-–-ein-neues-buch-uber-eine-generation-mit-totalitarem-machtanspruch

01-04-21 12:05:00,

„Generation beleidigt“ – treffender kann man die jüngeren Generationen, die eine „linke“ Identitätspolitik auf ihre Fahnen geschrieben haben, nicht charakterisieren. Die Französin Caroline Fourest betitelt ihr Buch zur Identitätspolitik so. Der Untertitel lautet: „Von der Sprachpolizei zur Gedankenpolizei. Über den wachsenden Einfluss linker Identitärer. Eine Kritik“. Udo Brandes hat das Buch für die NachDenkSeiten gelesen und stellt es vor.

Caroline Fourest ist eine französische Intellektuelle. Sie arbeitet als Journalistin, Autorin und Filmemacherin unter anderem für Charlie Hebdo, als Kolumnistin für Zeitungen und lehrt am Sciences Po (das ist das „Institut für politische Studien in Paris“; das Institut genießt in Frankreich ein sehr hohes Ansehen und gilt als Eliteeinrichtung). Im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten hat sie sich viel mit dem Thema Identitätspolitik beschäftigt. Sie gehört selbst einer Minderheit an (sie ist lesbisch) und hat sich politisch gegen die Diskriminierung von Homosexuellen engagiert bzw. für deren Gleichberechtigung gekämpft. Sie beschreibt das so:

„Ich habe das Recht zu lieben gegen homophobe Beschimpfungen behaupten müssen, die ich meine Kindheit und Jugend lang zu hören bekam. Meine ersten Schlachten schlug ich gegen Sexismus, Homophobie und Rassismus. Als Vorsitzende des Centre gay et lesbien habe ich für den Stammvater der ‚Ehe für alle‘ gekämpft. Um ihn zu verteidigen ließ ich mich von irgendwelchen Schergen unter dem Ruf ‚dreckige Lesbe‘ verprügeln. Der Kampf für die Gleichheit hat mich geprägt, doch dem für die Freiheit bleibe ich innigst verbunden. Wegen meiner Arbeit als Regisseurin und Journalistin, frühere Mitarbeiterin von Charlie Hebdo, fürchte ich um die Freiheit, schöpferisch tätig zu sein, zu denken, zu zeichnen und zu spotten. Sämtliche Facetten meiner Identität haben meiner Analyse des Gleichgewichts genährt, das es in Sachen Redefreiheit und Gleichheit zu finden gilt“ (S. 10).

Man kann also wahrlich nicht behaupten, dass die Autorin gegenüber Minderheiten und ihrem Engagement voreingenommen wäre. Das Gegenteil ist der Fall, wie in ihrem Buch auch immer wieder deutlich wird. Sie sagt es auch selbst noch einmal ausdrücklich:

„Es geht nicht darum, die guten alten Zeiten zu bedauern, in denen man sich an Homosexuellen, Schwarzen oder Juden auslassen durfte; noch darum, denjenigen Rückendeckung zu geben, die das Verlangen nach Gleichheit mit einer phantasierten ‚Tyrannei der Minderheiten‘ verwechseln“ (S.10).

„Ohne einen Aufschrei wird ihr kultureller Sieg vollständig sein“

Fourests Buch beschäftigt sich vor allem mit der Praxis der Identitätspolitik in Frankreich,

 » Lees verder

%d bloggers liken dit: