Zum Ostermarsch: Sicherheit neu denken, heißt in Frieden leben

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02-04-21 02:05:00,

Neben dem Kohleausstieg bedarf es eines Militärausstiegs, um die Bedrohung für die Zivilisation abzuwenden. Da zu abrupte Lösungen die Fähigkeiten der Menschen, den Wandel zu gestalten, überfordern können, sind präzise und realisierbare Zwischenschritte wichtig. Das Konzept ‘Sicherheit neu denken‘ der evangelischen Landeskirche in Baden kann dabei konstruktiv und hilfreich sein. Von Bernhard Trautvetter.

Immer offensichtlicher bietet der Militärsektor keine Sicherheit, auch wenn er mit dem Begriff ‘Sicherheitspolitik’ reingewaschen wird. Die Mächtigen lenken vom Militär als Klimaschädiger ab, obwohl seine CO2-Emissionen und sein Ressourcenverbrauch wesentlich zur Gefahr für die Zivilisation beitragen. Das Militär verschlingt nach offiziellen Angaben weltweit im Stundentakt über 230 Millionen US-Dollar. Die circa 2000 Milliarden Jahreskosten des Militärsektors weltweit entziehen der Gesellschaft Unsummen, die da fehlen, wo Menschen Unterstützung brauchen, wo gute und breite Bildung sowie Versorgung, Gesundheit und Naturschutz finanziert werden müssen. Sie schwächen die Menschheit beim Ringen um Zukunft [2]. Das Konzept „Sicherheit neu denken“ räumt mit der Idee einiger Linker und der Grünen auf, dass so genannte humanitäre Interventionen die Chancen auf humanitäre Entwicklungen steigern. [3]

Abrüstung setzt dringend für Klimaschutz benötigte Mittel frei. Rüstung und Militäreinsatz dürfen die Biosphäre nicht weiter schädigen [4]. Kriege und Konfrontation können sonst den immer enger werdenden Notausgang der Menschheit in eine zukunftsfähige Gesellschaft verschließen. Der Generalsekretär der Welthungerhilfe, Mathias Mogge, erklärte:

“Es ist ein Skandal, dass die Umsätze der 25 größten Rüstungsfirmen weltweit steigen, während das Geld für eine nachhaltige Bekämpfung des Hungers fehlt. … Aktuelle Studien zeigen, dass jährlich 40 bis 50 Milliarden Euro für die kommenden zehn Jahre ausreichen würden, um den Hunger in der Welt bis 2030 zu besiegen. Das heißt, dass der Jahresumsatz der 25 größten Firmen im Rüstungsgeschäft fast ausreichen würde, um keinen Menschen mehr hungern zu lassen.” [5]

Neben dem möglichst baldigen Kohleausstieg bedarf es in der gleichen Zeit genauso dringend eines Militärausstiegs, um die Bedrohung für die Zivilisation abzuwenden. Da jede abrupte Null-Lösung die Möglichkeiten und Fähigkeiten der Menschen, den Wandel zu gestalten, überfordern kann, sind präzise und realisierbare Zwischenschritte, wie sie die evangelischen Landeskirche in Baden in ihrem Konzept ‘Sicherheit neu denken‘ entwickelt hat, konstruktiv und hilfreich. Das Zukunftskonzept verbindet ambitionierte Schritte mit umsetzbaren Zeitvorgaben.
Die greifbaren Alternativen,

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