Verabschiedung des Rassismus. Ein Bericht (2) • Anthroblog

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03-04-21 12:34:00,

Zuletzt aktualisiert am 3. April 2021.

Der eben erschienene Bericht der britischen Kommission zu »rassischen und ethnischen Ungleichheiten« räumt mit einigen verbreiteten Vorurteilen auf. In gewisser Weise stellt er eine Verabschiedung des Rassismus dar. Die elfköpfige Kommission, der ein einziges »weißes« Mitglied angehört, gibt Entwarnung hinsichtlich überzogener Rassismusvorwürfe gegen die englische Gesellschaft und warnt vor einem eskalierenden Gebrauch solcher Vorwürfe, der weder Benachteiligten nützt, noch den Tatsachen entspricht. Insbesondere kritisiert der Bericht eine »schrille Form des Anti-Rassismus-Denkens«, das alle Benachteiligungen von Minderheiten auf die Diskriminierung durch Weiße zurückführe. Diese lenke die Aufmerksamkeit von anderen Gründen für Erfolg und Misserfolg von Minderheiten ab, zu denen auch solche gehörten, die in den Kulturen und Einstellungen dieser Minderheiten selbst lägen.

Im hier übersetzten Teil des Berichts setzt sich die Kommission kritisch mit Identitätspolitik, »fatalistischen Narrativen«, veralteten Kategorisierungen und Begriffen wie »Hassverbrechen« oder »Weiße Privilegien« auseinander. Ein besonderes Augenmerk richtet sie darauf, »wie wir über Rassen sprechen«. Sie bemängelt eine »ungenaue und oft irreführende Sprache rund um Rasse und Rassismus«. Außerdem versucht sie, modische Subspezies des Rassismus, die ihre Existenz akademischen Laboratorien verdanken, wie den »institutionellen«, »systemischen« und »strukturellen Rassismus«, verbindlich zu definieren.

Was steckt hinter der Ungleichheit? Verabschiedung des Rassismus

Die fünf weiteren Mitglieder der Kommission

Die Vorstellung, dass alle Menschen, die ethnischen Minderheiten angehören, unter einem gemeinsamen Schicksal und einer gemeinsamen Benachteiligung leiden, ist ein Anachronismus.

Dennoch spielen sowohl die Realität als auch die Wahrnehmung von Ungerechtigkeit eine Rolle. Die landesweiten BLM-Aufmärsche im vergangenen Jahr wurden durch einen schockierenden Fall von Polizeibrutalität in den USA befeuert, der zum Tod von George Floyd führte. Viele britische Bürger – vor allem junge Erwachsene – fühlten sich veranlasst, auch hier zu protestieren und eine Veränderung zu fordern. Die Länder sind unterschiedlich und stehen vor unterschiedlichen rassenbezogenen Herausforderungen. Aber an einigen Orten in Großbritannien, besonders in schwarzen Innenstadtgemeinden, hat historisches Unrecht durch den Staat und die Polizei auch eine tiefe Spur des Misstrauens hinterlassen.

Wir verstehen den Idealismus jener wohlmeinenden jungen Menschen, die an diesem generationenübergreifenden Misstrauen festgehalten und es verstärkt haben. Wir müssen uns jedoch auch fragen,

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