Der US-alliierte Krieg gegen den Irak. Ein „gerechter Krieg“ feiert seinen 30. Geburtstag

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04-04-21 05:41:00,

Ein Masterplan für einen Krieg aus edlen und selbstlosen Gründen, die nicht nur für alte Militaristen gut sind. Es liegt nun 30 Jahre zurück, als US-alliierte Truppen in den Irak einmarschiert waren. Es lohnt sich, Bilanz zu ziehen. Denn heute lassen sich viel sicherer Versprechen, Propaganda und Wirklichkeiten auseinanderhalten. Und es gibt noch einen sehr aktuellen Anlass, auf diesen ‚Zweiten Golfkrieg‘ zurückzublicken. Damals taten jene, die dem „Realoflügel“ der GRÜNEN nahestanden, alles, um den Pazifismus über Bord zu werfen. Heute machen sich Teile der Partei DIE LINKE dieselben Gedanken. Wie kann man sich als Koalitionspartner anbieten und gleichzeitig ein wesentliches Erkennungszeichen der LINKEN, keinen Kriegseinsätzen zuzustimmen, aushebeln? Von Wolf Wetzel.

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Lesen Sie zum Thema auf den NachDenkSeiten auch: Jakob Reimann – „Seit 30 Jahren bombardieren die USA den Irak“

Man wird nicht für die totale Überraschung sorgen, wenn man feststellt, dass die ‚guten‘ Gründe, die heute dafür angeführt werden, dieselben sind, die man vor 30 Jahren aus dem Hut gezaubert hatte.

Dieser Beitrag wird sich also der Beantwortung der Fragen widmen, die heute so brisant sind wie vor 30 Jahren:

  • Halten die Gründe, die man damals für einen Krieg anführte, einer Überprüfung stand?
  • Waren die Gründe vorgeschoben, um ganz andere Kriegsziele damit zu verschleiern?
  • Gibt es so etwas wie einen „gerechten“ Krieg, den imperiale Staaten vorgeben zu führen?
  • Wer hat tatsächlich von diesem Krieg profitiert? Die Bevölkerung, die Unterdrückten oder jene, für die sich ein Krieg auszahlen muss?

Am 2.8.1990 marschierten irakische Truppen in den Kuwait ein. Was anfangs wie ein regionaler, inner-arabischer Konflikt aussah, entwickelte sich in den folgenden Monaten zum ersten US-alliierten Krieg in der Golfregion nach dem Zweiten Weltkrieg.

Die Gründe für die offenen Kriegsdrohungen der USA gegen den Irak variierten, je nach Zielgruppe und Geschmack: Mal war es die Besetzung des Kuwaits, ein anderes Mal die Behauptung, der Irak stünde kurz vor dem Besitz einsatzfähiger Atomwaffen. Dazwischen waren auch weniger edle Kriegsgründe, schlicht ökonomische und strategische Interessen der USA, vernehmbar. Diese bekamen die Soldaten in Saudi-Arabien zu hören,

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