COVID-19-Impfungen mit Nebenwirkungen: Bundesinstitut streicht schwere Verdachtsfälle aus der Liste

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07-04-21 09:02:00,

7 Apr. 2021 06:45 Uhr

von Susan Bonath

Seit Ende Dezember impft Deutschland gegen das Coronavirus. Die letzte Testphase der nur vorläufig zugelassenen Vakzine findet damit an der breiten Bevölkerung statt. In die öffentliche Kritik geriet insbesondere das Vektor-Serum des schwedisch-britischen Konzerns AstraZeneca. Vor allem weibliche jüngere Geimpfte hatten Hirnvenenthrombosen und -blutungen erlitten und verstarben teils daran. Viele Länder stoppten den Wirkstoff vorläufig, Deutschland untersagte ihn für unter 60-Jährige. Zwar führt das zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) diese Meldefälle im neuen Sicherheitsbericht explizit auf.

COVID-19-Impfung: Werden Kollateralschäden unter den Teppich gekehrt?

Doch andere Verdachtsfälle schwerer Reaktionen, wie Schlaganfälle, Gesichtslähmungen, Krampfanfälle, Rückenmarks- und Herzentzündungen, tauchen seit Ende Februar plötzlich nicht mehr darin auf. Diese betrafen vor allem die mRNA-Impfstoffe der Unternehmen Pfizer/BioNTech und Moderna.

Stehen diese Komplikationen also nicht mehr im Fokus der Beobachtung? Wie hoch ist die Zahl der Betroffenen inzwischen, wie viele davon starben und wie alt waren sie? Werden diese Fälle gezielt rechtsmedizinisch untersucht? All das und mehr wollte die Autorin vom PEI, der Bundesbehörde für Arzneimittel und Impfstoffsicherheit, wissen. Doch dessen Sprecherin Susanne Stöcker wollte dazu keine Auskunft geben. Sie reagierte ungehalten: Ihr Bundesinstitut könne “nicht in jedem Bericht auf sämtliche Reaktionen im Einzelnen eingehen”, ließ sie die Autorin wissen.

Dutzende Lähmungen, Schlaganfälle und mehr bis Ende Februar

Im vorletzten Sicherheitsbericht, der Daten bis zum 26. Februar beinhaltet, nannte das PEI insgesamt mehr als 2.000 gemeldete schwerwiegende Reaktionen nach einer Impfung. Dazu gehörten 67 anaphylaktische Schocks, eine allergische Reaktion, die bei fehlender Behandlung durchaus zum Tod führen kann. Unter der Rubrik “Unerwünschte Ereignisse unter besonderer Beobachtung” listet das PEI zudem 51 Krampfanfälle auf, die bei Personen zwischen 19 und 107 Jahren auftraten, 33 Gesichtslähmungen (Alter: 35 bis 93 Jahre), 26 Schlaganfälle (Alter: 28 bis 99 Jahre) und sechs Thrombozytopenien (Alter: 16 bis 89 Jahre). Letzteres ist ein akuter Mangel an Blutplättchen, der zu inneren Blutungen, auch Hirnblutungen, führen kann. 

Diese Fälle traten vornehmlich bei Geimpften auf, die den meist genutzten Impfstoff von Pfizer/BioNTech erhalten hatten, in wenigen Fällen betraf es auch das am spärlichsten eingesetzte Vakzin von Moderna. In zwei Fällen waren bis dahin demnach mit AstraZeneca Geimpfte von Krampfanfällen betroffen.

Des Weiteren nannte das PEI zwei Meldefälle von einer spinalen Nervenwurzelentzündung (Alter: 39 und 61 Jahre), eine Rückenmarksentzündung (Alter: 55), eine Gehirnentzündung (Alter: 69) und zwei massive Verschlechterungen einer bestehenden Multiple Sklerose-Autoimmunerkrankung (Alter: 32 und 34) nach Impfungen mit dem Pfizer/BioNTech-Serum.

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