„Interventionen verkaufen, indem wir den falschen Eindruck erwecken, wir bekämpften damit die Sowjetunion“

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07-04-21 08:56:00,

Seit Anbruch des Atomzeitalters hat es immer wieder stockende Schritte zu internationalen Bemühungen gegeben, die die Gefahr eines Atomkriegs lindern oder durch die Abschaffung dieser monströsen Waffen sogar ganz beseitigen könnten. Dennoch ist die Gefahr eines Atomkriegs aktuell so groß wie zu Zeiten des Kalten Krieges, wie Noam Chomsky in seinem neuen Buch „Rebellion oder Untergang!“ zeigt. Dabei spielen vor allem die NATO und die USA eine entscheidende Rolle. Ein Auszug.

Die wachsende Gefahr eines Atomkriegs hat unter nationalen Sicherheitsexperten zu großer Besorgnis geführt. So warnt William Perry, dass »wir heute vor Atomkriegsgefahren stehen, die noch wahrscheinlicher zu einem Atomkonflikt führen können als im Kalten Krieg«. Und Perry steht mit seiner Meinung keineswegs allein da. Jedes Jahr stellt eine vom Bulletin of Atomic Experts berufene Expertengruppe die 1947 zu Beginn des Atomzeitalters eingeführte »Doomsday Clock«, das heißt die Weltuntergangsuhr, neu, bei der »Mitternacht« das endgültige Ende für uns alle bedeutet.[1] 2014 stellte sie die Uhr auf drei Minuten vor Mitternacht.[2]

Demnach ist die Gefahr der atomaren Katastrophe wieder so hoch wie zu Anfang der 1980er-Jahre, als eine enorme Kriegshysterie herrschte – eine Zeit, an die wir uns genauer erinnern sollten und die wir besser verstehen müssen. Im November 1983 führte die Regierung unter Reagan eine Aktion namens »Operation Able Archer« durch, mit der die russischen Verteidigungssysteme durch die Simulation von Angriffen einschließlich Nuklearangriffen getestet werden sollten – und das zu einer Zeit großer internationaler Spannungen. Just zu dieser Zeit wurden in Europa, oder besser gesagt in Deutschland, moderne Raketen, Pershing-II-Raketen, aufgestellt, die innerhalb von zehn Minuten russisches Territorium erreichen konnten. Und es gab weitere Bereiche, in denen die Spannungen wuchsen. Vor einigen Jahren wurden diverse russische Archive geöffnet und den Dokumenten war zu entnehmen, dass die Russen »Able Archer« äußerst ernst nahmen. Bis vor kurzem war jedoch noch nicht ganz klar, inwieweit diese letztere Tatsache auch in Washington verstanden wurde. Die CIA behauptete bisher immer, die Russen hätten die Operation nicht weiter beachtet und gewusst, dass es sich nur um ein Manöver handelte.

Aber jetzt haben gerade freigegebene Dokumente verdeutlicht, dass man in Washington von Anfang an wusste, dass Operation Able Archer die Welt an den Rand eines selbstmörderischen Krieges brachte. Diese neuen Dokumente zeigen, dass die US-Nachrichtendienste damals zu dem Schluss kamen,

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