Worüber der Spiegel nicht berichtet hat | Anti-Spiegel

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08-04-21 07:23:00,

Der Spiegel hat von einem Telefonat zwischen Putin und Merkel berichtet, allerdings dabei nur über die Themen berichtet, die ihm gefallen. Was nicht ins Bild passt, darüber berichtet der Spiegel nicht.

Der Spiegel-Artikel trägt die Überschrift „Konflikt in der Ostukraine – Merkel fordert von Putin Truppenabbau“ und gibt damit schon die Richtung vor. Für den Spiegel-Leser entsteht der Eindruck, es sei hauptsächlich um die Ukraine gegangen. Der Spiegel wiederholt bei dem Thema über vier Absätze ausführlich die bekannten Narrative aus Kiew und Washington. Danach erwähnt der Spiegel noch, dass Merkel natürlich auch das Thema Navalny angesprochen hat.

Mehr erfahren Spiegel-Leser nicht.

Da werden die Konsumenten russischer Medien wesentlich umfangreicher informiert, wie schon die Überschrift des Beitrages des russischen Fernsehens über das Telefonat zeigt. Sie lautet: „Putin und Merkel haben über die Ukraine, Syrien, Libyen und die Situation mit Navalny gesprochen

Um zu sehen, was die beiden alles besprochen haben, zitiere ich die Pressemeldung des Kreml.

Beginn der Übersetzung:

Telefonat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel

Wladimir Putin hat ein Telefonat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel geführt.

Es wurde eine Reihe aktueller internationaler Themen ausführlich besprochen.

In dem Meinungsaustausch über die Beilegung der inner-ukrainischen Krise äußerten sich der russische Präsident und die deutsche Kanzlerin besorgt über die Eskalation der Spannungen im Südosten der Ukraine. Wladimir Putin wies auf die provokativen Aktionen Kiews hin, die die Lage auf der Kontaktlinie in letzter Zeit gezielt verschärft haben. Es wurde auf die Notwendigkeit einer strikten Umsetzung der bisherigen Vereinbarungen durch die Kiewer Regierung hingewiesen, vor allem auf die Aufnahme eines direkten Dialogs mit Donezk und Lugansk und die rechtliche Ausgestaltung des Sonderstatus des Donbass.

Die Konfliktparteien werden zur Zurückhaltung und zur Wiederbelebung des Verhandlungsprozesses aufgerufen, um das Minsker Abkommen von 2015 als alternativlose Grundlage zur Regulierung vollständig umzusetzen. Es wurde der Wille für eine weitere enge Koordinierung durch politische Berater und Außenministerien geäußert, um die Bemühungen Russlands und Deutschlands, auch im Normandie-Format, weiter fortzusetzen.

Der Meinungsaustausch über die Syrien-Frage wurde fortgesetzt. Als Priorität wurde die Verbesserung der humanitären Lage in Syrien hervorgehoben. Gleichzeitig betonte die russische Seite die Unzulässigkeit der Politisierung von Fragen im Zusammenhang mit der Bereitstellung ausländischer Hilfe für das syrische Volk, der Wiederherstellung der sozioökonomischen Infrastruktur und der Rückkehr von Flüchtlingen.

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