Der Anlass zur Hoffnung

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10-04-21 09:30:00,

Es reicht. Wir können es kaum noch ertragen. Jeden Tag dieselben Nachrichten, dieselben Gespräche, der Albtraum will einfach nicht enden. Erinnern wir uns also daran, dass wir Menschen sind, schöpferische Wesen, die ihr Leben zu einem Großteil selbst mitgestalten können — vor allem, wenn wir uns der Programmierungen und der Manipulation unserer Gedankenwelt und Wahrnehmung durch die Medien bewusst sind. Beste Voraussetzungen also für Rubikon-Leserinnen und -Leser, ihren Einfallsreichtum endlich zu nutzen, um sich zu fragen: Wo darf es denn hingehen? Wie wünschen wir uns unser Leben hier auf diesem Planeten?

Uns fällt es leichter, uns die Apokalypse vorzustellen als ein Paradies. Es ist cooler, Horrorgeschichten zu lesen als Schnulzenromane, und überhaupt ist doch alles, was optimistisch ist, auch unrealistisch. Pessimisten sind Realisten, so unser unhinterfragter Glaubenssatz.

Allerdings tragen wir durch diese Art von Glaubenssätzen vielleicht zu selbsterfüllenden Prophezeiungen bei. Wenn alles den Bach runtergeht, ist es doch schön, zumindest sagen zu können: „Siehst du? Ich habe es ja gesagt, dass es so kommen würde.“

Also halten wir doch einmal kurz inne und fragen uns, ob wir glücklich sein oder recht haben wollen.

Und warum nicht gleich beides auf einmal? Wenn wir sowieso in den Kollaps hineinschlittern, ist es dann nicht viel schlauer, zumindest zu versuchen, unser Bewusstsein neu auszurichten und zusammen aktiv zu werden? Im schlimmsten Fall beschert es uns noch etwas Lebensfreude, bevor die Katastrophe kommt, im besten Fall verhindert es die Katastrophe.

Doch wo anfangen? Sven Böttcher liefert in „Wer, wenn nicht Bill?“ ein Konzentrat an Anregungen zum Sofortumsetzen. Hier ein paar Beispiele zu Ihrer Inspiration — zunächst für die Zeit vor dem Zusammenbruch, dann für den „großen Neustart“ in unserem Sinne:

„Als Städter geht auf die Märkte und fragt die früh aufgestandenen Bauern, woher sie und ihre Ernten kommen und ob ihr euch beteiligen könnt. Beteiligung bedeutet dabei nicht immer ‚Arbeitskraft‘, die Ausrede ‚Ich hab Rücken‘ gilt generell weiter überall, ihr könnt auch euer Kurzarbeitergeld verwenden, um euch finanziell zu beteiligen.

Fahrt durch die Dörfer und fragt die Ansässigen, wo sich das nächste Permakulturfeld befindet. Man wird euch doof angucken. Fragt weiter. Gibt‘s partout kein Permakulturfeld, kein Gemeinschaftsprojekt (sehr wahrscheinlich) — fragt weiter: Wollen wir eins zusammen gründen? Wer macht mit?

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