Big Brother Bill | Von Roland Rottenfußer | KenFM.de

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12-04-21 06:58:00,

Sie haben schon alles über Corona gelesen, wissen schon alles und brauchen keine weiteren diesbezüglichen Nörgelattacken? Ein solches Urteil könnte sich als verfrüht erweisen. Zunächst: Zwar schreiben manche Autoren Ähnliches wie Sven Böttcher, aber sie schreiben es niemals so wie Sven Böttcher. Der Mann ist ein stilistischer Solitär. Meist lacht und weint man bei der Lektüre gleichzeitig, denn Böttchers Milde ist grimmig und giftgetränkt, seine Untergangsszenarios lassen einen frohgemut zurück.

Ferner ist das ganz Außerordentliche an diesem Autor, dass er für seine Erzählung einen weitaus größeren Rahmen absteckt als die meisten anderen — selbst wenn es sich um hellsichtige Corona-Analysten handelt. Das Virus-Thema ist bei Böttcher eingebettet in den Kontext eines noch größeren Themas: der Klima- und Umweltkatastrophe. Wenn wir zurückgehen ins Greta-Jahr 2019, so stellen wir fest, dass dessen Erkenntnisse mittlerweile fast verschwunden sind hinter Corona. Nicht so für Bill und seinen ungnädigen Biografen Sven.

Der startet mit einem Rückblick auf die Zeit „davor“:

„Schon vor der Krise war absehbar, dass wir mit unserem Ressourcenverbrauch so nicht weitermachen können und dass Banken- und Finanzsysteme sich von der Realität abgekoppelt haben und nur noch künstlich am Leben erhalten werden durch hemmungsloses Gelddrucken beziehungsweise die Aufnahme immer höherer Schulden. All diese wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Trends und Probleme hat Corona nicht verursacht, wohl aber ‚beschleunigt und wie unter einem Brennglas sichtbar gemacht‘.“

Und Böttcher schlussfolgert: „Niemand kann es sich mehr leisten, keine Zukunftstheorie zu entwickeln.“

Die Krise hinter der Krise

Das tut er in diesem Buch. Das Klimathema ist für ihn wie für seinen „Helden“ Bill das Alpha und Omega des großen Seuchendramas. Es ist der Ursprung der ganzen Inszenierung — weil nämlich erst die drastischen Umweltschäden und die Blindheit der Menschen für diese es notwendig gemacht haben, bei dieser disziplinlosen Bande die Zügel fester anzuziehen. Und es ist das, worauf alles hinausläuft: auf eine Menschheit, die sich nach vollzogener Dressur unter dem Vorwand des Gesundheitsschutzes auch der zweiten Stufe der Diktatur wohl willig hingeben wird — dem globalen Ökototalitarismus. All das ist natürlich vonseiten der großen Weltenlenker sehr gut gemeint. Denn wenn die Freiheit zum Tod des gesamten Ökosystems führt, der Tod der Freiheit jedoch dessen Rettung wäre — was bleibt dann als einziger Ausweg? Die mit wohlwollender Brutalität durchregierende Diktatur. Alles klar?

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