HIStory: Haben die Deutschen schon immer eine „Untertanenmentalität“ gehabt? | KenFM.de

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12-04-21 07:16:00,

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Der Buchautor und Publizist Hermann Ploppa erläutert in HIStory kurz und sachlich historische Daten und Jahrestage von herausragenden geschichtlichen Ereignissen. Dabei werden in diesem Format Begebenheiten der Gegenwart, die mit einem Blick in die Vergangenheit in ihrer Bedeutung besser einzuordnen sind, künftig alle 14 Tage montags in einen geschichtlichen Kontext gebracht.

Das Thema heute: Haben die Deutschen schon immer eine „Untertanen-Mentalität“ gehabt?

Wenn man sich so umschaut in diesen bizarren Corona-Zeiten, dann kann man schier verzweifeln. Viele unserer Mitmenschen kleben an den Lippen unserer geliebten Kanzlerin und setzen gewissenhaft jede noch so irrwitzige Vorschrift unserer Obrigkeit bis in kleinste Detail um.

Und das, ohne auch nur eine Sekunde nach der Sinnhaftigkeit der aktuellen Verordnungen zu fragen. Oder auch nur eine Sekunde unter der Demütigung durch sinnlose Mund- und Nasenmasken zu leiden. Ist „den Deutschen“ die Untertanenmentalität zur DNA geworden?

Da ist die Zeit gekommen, in der schon wieder einige Leute darüber spekulieren, dass „die Deutschen“ schon immer eine unterwürfige Mentalität gehabt hätten. Die sie dann anfällig machen würde für totalitäre Ideologien.

Ich denke, das entspricht nicht den Tatsachen. Wären die Deutschen schon immer ein Volk von begeisterten Untertanen gewesen, dann hätten die Nazis im Jahre 1933 nicht ein Millionenheer von SA, SS und Gestapo unterhalten müssen, um die Deutschen zu unterwerfen.

Und im deutschen Kaiserreich? In den Jahren zwischen 1871 und 1918? Wie war das in jenen fernen Zeiten? Auch hier gibt es jede Menge Literaten und Historiker, die uns erzählen, Kaiser Wilhelms Reich sei eine Art von hochmotiviertem Exerzierhof gewesen.

Stimmt das? Dieser Frage gehen wir in unserer heutigen Sendung History nach.

Da ist zum Beispiel der amerikanische Publizist William Shirer. Shirer war in der Hitlerzeit in Berlin als Korrespondent amerikanischer Zeitungen unterwegs. Nach seiner aktiven Zeit hatte er in den 1960er Jahren das Buch „Aufstieg und Fall des Dritten Reiches“ geschrieben. In diesem Buch prägte Shirer viele Stereotypen, die bis heute das Bild „der Deutschen“ ausmachen.

Das wilhelminische Kaiserreich sei „in Wirklichkeit eine Militärautokratie“ gewesen.

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