Präsidentschaftswahlen in Südamerika – Ecuador wählt einen der Korruption verdächtigen Bankier, in Peru führt ein Kommunist die erste Wahlrunde an

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12-04-21 01:24:00,

Inmitten der Coronavirus-Pandemie mit ausufernden Fallzahlen und Todesfällen, umrandet von einer dramatischen Wirtschafts- und Verarmungskrise, die das Land im letzten Jahr der Administration Lenín Moreno erschüttern, fand am vergangenen Sonntag, dem 11. April, in Ecuador die Stichwahl für das Präsidentenamt statt. Ein Bericht von unserem Südamerika-Korrespondenten Frederico Füllgraf.

Wie die NachDenkSeiten in ihrer Ausgabe vom 10. Februar berichteten, gewann der progressive Kandidat Andrés Arauz zwar die erste Wahlrunde mit 32,72 Prozent, doch fehlten ihm weitere 7,3 Prozent, um mit 40 Prozent und einem zehnprozentigen Vorsprung gegenüber dem Zweitplatzierten als Präsident in der ersten Wahlrunde bestätigt zu werden. Folglich musste er sich einer Stichwahl stellen. Die NachDenkSeiten berichteten damals, als zweiter und dritter Rivale rangierten hinter Arauz der Indigenen-Führer Yaku Pérez und der Bankier Guillermo Lasso mit jeweils 20,04 Prozent und 19,97 Prozent. Ende Februar stand das komplette offizielle Endergebnis fest: Nach einer Stimmen-Neuauszählung positionierte Lasso sich bei 19,74 Prozent, aber Pérez sackte auf 19,39 Prozent ab und war von der Stichwahl ausgeschlossen.

Arauz als Zielscheibe der Fake-News-Dreckschleuder und der US-Intervention

Dass es für Arauz kein Zuckerschlecken sein würde, stand fest. Dass er jedoch die Stichwahl gegen den erzkonservativen Bankier Guillermo Lasso mit 46,6:53,3 Prozent der Stimmen verlieren würde, überraschte allerdings. Skeptische Beobachter in Politik und Medien hatten längst vor jedem Triumphalismus, insbesondere vor der Naivität gegenüber einem potenziellen bösen Spiel der ecuadorianischen Rechten gewarnt. Und so kam es.

Arauz traf eine doppelte, medial befeuerte Diffamierungs-Kampagne. Zum einen mit der durch keinen Beweis belegten Anschuldigung, sein Wahlkampf sei von der kolumbianischen Narco-Guerilla ELN mitfinanziert worden. Zum anderen intervenierte die US-Regierung John Biden zwischen 1. Wahlrunde und Stichwahl mit einer zynisch anmutenden „Prämie“ – dem „State Department´s International Anticorruption Champions Award“ – für die ecuadorianische Staatsanwältin Diana Salazar, die über die angeblichen Verbindungen zwischen dem ehemaligen Präsidenten und Gönner Arauz‘, Rafael Correa, und der ELN ermittelt. Die Auszeichnung ist eine Initiative des neuen US-Außenministers und George-Soros-Verbündeten Antony Blinken, der sich auf Twitter stolz zur Fortsetzung des weltweit von den USA angefeuerten Lawfare bekannte.

Als drittes Manöver traf Arauz die von Lasso et al. politisch umstellte und unterwanderte Wahlbehörde CNE, die von einem bisher anonym gebliebenen Funktionär der Vorbereitung einer mit ausgefeiltesten Tricks programmierten Wahlfälschung verdächtigt wird. Im Vorfeld der Stichwahl,

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