Testen für Corona: Über eine Form gesellschaftlicher Züchtigung – 2020 NEWS

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12-04-21 01:26:00,

Ein Artikel des Psychologen Prof. (FH) Michael Ley, zuerst erschienen bei IQ Bildung

(1) Seitdem die Regierung den Ausstieg aus dem Lockdown versprochen hat, wird auch über die Corona-Tests wieder verstärkt geredet. Das Testen soll das Impfen ergänzen und für neue Freiheiten sorgen. Vom Dreiklang aus Testen, Impfen, Öffnen spricht eine Ministerin. Helfen soll ein Dreiklang aus Testen, Impfen, Umsicht, antwortet ein Minister.

Dreiklang klingt so schön und nett. Das Testen wird mit einer musikalischen Figur zusammengebracht, in der alles zusammenpasst. Angeblich leben wir ja im Land der Dichter und Denker und da sind auch die Musiker nicht fern. Warum sollte man beim Testen also nicht an Wagner oder Beethoven denken? Wer es lieber mag, dem fällt vielleicht auch ein schöner Dreiklang aus der neuen deutschen Küche ein, etwa Ente mit einem Trio aus Mango, Paprika und Zwiebeln.

Die Politiker haben etwas angerichtet, aber sie wollen dem Volk nicht so recht sagen, was sie wirklich vorhaben. Sie verstecken ihre Maßnahmen hinter einer verharmlosenden und beschönigenden Fassade, die von den wirklichen Absichten ablenkt. Wir erhalten nur Andeutungen darüber, wie Testen und Impfen zusammenpassen, welche Kriterien für den Erfolg des Impfens gelten und unter welchen Bedingungen Der Lockdown beendet werden kann.

Vor allem auch kein Wort darüber, was es mit dem Testen eigentlich auf sich hat. Zwar wird viel über Fallzahlen, Inzidenz- und R-Werte gesprochen, aber das passiert alles auf einer abstrakten, formalen Ebene. Niemand berichtet darüber, was in den langen Warteschlangen vor den Testzentren passiert; an keiner Stelle finden sich Kommentare zu der merkwürdigen Ästhetik dieser Zentren, die häufig lieblos und hastig in unfreundlichen Umgebungen eingerichtet wurden; völlig ausgeblendet wird insbesondere auch der Vorgang des Testens selbst.

(2) Vor einiger Zeit meldete sich ein Arzt zu Wort und wies darauf hin, dass die Tests nur zuverlässig funktionieren könnten, wenn die Testperson bei der Anwendung Schmerz empfinden würde. Es müssen Tränen fließen und ein Würgereiz entstehen, meinte der Arzt, der sich damit gegen die Verwendung von Schnelltests im Selbstversuch aussprach. Er war der Ansicht, dass die Menschen sich an den schmerzhaften Teilen der Prozedur vorbeimogeln würden und der Test dadurch wertlos würde.

Nicht ganz so drastisch fallen die offiziellen Anweisungen aus, die für die Durchführung der Tests formuliert werden. Darin ist die Rede davon, dass die Anwendung von den Testpersonen als „unangenehm“ erlebt werden könnte und das medizinische Personal vor der Testung auf diesen Umstand aufmerksam machen sollte.

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