Wie in Russland über der Besuch der EU-Delegation in der Türkei berichtet wird | Anti-Spiegel

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12-04-21 11:58:00,

In dieser Woche haben sich die europäischen Medien tagelang darüber aufgeregt, dass Ursula von der Leyen beim Türkei-Besuch auf einem Sofa sitzen musste, anstatt einen Stuhl neben Erdogan zu bekommen. Das russische Fernsehen hat die Lächerlichkeit dieser Posse hervorragend kommentiert.

Für die „Qualitätsmedien“ war es ein Skandal: Ursula von der Leyen durfte nicht neben Erdogan sitzen. Tagelang wurde der „Skandal“ in den Medien breit getreten. Es ist gut zu wissen, dass Politik und Medien angesichts der nach dem Lockdown kommenden wirtschaftlichen Katastrophe, eines sich anbahnenden Krieges in der Ukraine und all der anderen Probleme, keine anderen Sorgen zu haben scheinen, als die Sitzordnung bei einem Staatsbesuch. Das russische Fernsehen hat den Fall genau so kommentiert, wie ich es auch getan hätte, daher habe den Kommentar aus der russischen Sendung „Nachrichten der Woche“ von Sonntag übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Lustig war es im türkischen Ankara, wo der türkische Präsident Erdogan eine EU-Delegation empfing und für Ursula von der Leyen ein Stuhl unter der EU-Flagge fehlte. Ursula ist die einflussreichste Funktionärin des vereinten Europas. Ihre Befugnisse an der Spitze der Europäischen Kommission machen sie zu so etwas wie der Ministerpräsidentin der EU. Nach dem formalen Protokoll steht jedoch der Belgier Charles Michel – der Chef des Europäischen Rates, eine Art „Präsident“ der EU – über Ursula.

Jetzt schläft Charles Michel schlecht. „Ich verheimliche nicht, dass ich seither nachts schlecht schlafe, weil sich diese Szene immer wieder in meinem Kopf abspielt“, gestand der Politiker.

Interessant, was für ein Unsinn den Schlaf des ranghöchsten Brüsseler Bürokraten stört, was für eine Kleinigkeit ihn so sehr aus der Bahn geworfen hat, dass er sich nachts hin- und her wälzt und sich selbst regelrecht als Wurm empfindet. Er ist immerhin der Mann an der Spitze der gesamten Europäischen Union. Die Menschen in 27 Ländern betrachten ihn als Anführer mit den erhabensten Qualitäten und nun … Wie schrecklich! Selbstzufrieden ließ er sich in den thronartigen Stuhl fallen, den der türkische Sultan ihm heimtückisch hingestellt hatte, aber die Dame Ursula von der Leyen blieb stehen. Oder ist sie keine Dame? Schließlich hat sich Europa so lange davon entwöhnt, dass das Geschlecht eine Rolle spielt. Man bietet der Frau nicht seinen Platz an, man hilft ihr auch nicht in den Mantel, reicht ihr beim Aussteigen aus dem Auto nicht die Hand,

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