Züricher Kinderpsychologe schlägt Alarm: Kinderspital verzeichnet doppelt so viele Suizidversuche

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13-04-21 09:16:00,

13 Apr. 2021 06:00 Uhr

Das Kinderspital Zürich verzeichnet doppelt so viele Suizidversuche bei Kindern und Jugendlichen wie vor der Pandemie. Auch deutsche Experten warnen vor einer Zunahme von Angststörungen, Depressionen, Schlaf- und Essstörungen sowie Substanzmissbrauch.

Züricher Kinderpsychologe schlägt Alarm: Kinderspital verzeichnet doppelt so viele Suizidversuche

Quelle: http://www.globallookpress.com © Jason Tschepljakow via http://www.imago

Nicht nur am Kinderspital der Universität Zürich spürt man die Folgen der “Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie” mit Bezug auf die psychische und physische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen deutlich.

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Im Jahr 2020 behandelte das Spital 49 Kinder nach Suizidversuchen. 2019 waren es noch 21 gewesen. Dies sagt der Chefpsychologe des Zürcher Kinderspitals Markus Landolt in einem Interview mit der NZZ am Sonntag. Allein von Januar bis März des laufenden Jahres seien so viele Fälle wie im gesamten Jahr 2019 behandelt worden.

Laut dem Mediziner ist der Zusammenhang mit den Lockdown(s) und anderen “Maßnahmen” nicht wissenschaftlich bestätigt, jedoch “höchst wahrscheinlich”. Besonders Essstörungen treten verstärkt auf. In der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres wurden doppelt so viele Kinder und Jugendliche wegen Essstörungen eingewiesen wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres, berichtet die Argauer Zeitung.

Ein Teil der Kinder muss sogar stationär behandelt werden, auch wenn eine ambulante Behandlung angezeigt wäre. Landolt resümiert für eine der reichsten Städte der Welt:

“Die Versorgungslage ist katastrophal.”

Bei den suizidgefährdeten Kindern handelt es sich laut Landolt meist um über zwölfjährige Mädchen. Die Betroffenen stammen aus allen sozialen Schichten, so der Arzt:

“Mädchen internalisieren Probleme viel mehr als Buben, die eher gegen außen reagieren.”

Im Februar hatten Psychologen, Kinder- und Jugendpsychotherapeuten und Psychiater einen offenen Brief geschrieben, wie die FAZ berichtete. Dort wiesen sie darauf hin, dass es bei ihren Klienten vermehrt zu Angststörungen, Depressionen, Schlafstörungen, Essstörungen und Missbrauch von Alkohol, Medikamenten oder Drogen komme. Zusätzlich komme es zu “Spannungen im häuslichen Umfeld, häuslicher Gewalt, Leistungsabfall und Versagensängsten, stark erhöhtem Medienkonsum und Gewichtszunahme”.

Zahlreiche Kinderärzte forderten zuletzt auch, dass die Schulen im Lockdown zwingend geöffnet bleiben sollten.

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