Friedensperspektiven statt Kriegsrat

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14-04-21 06:54:00,

Die Bundesregierung und die Nato gründeten die Strategieschmiede ‘Joint Air Power Competence Centre’ (JAPCC) 2005 als sogenanntes ‘Zentrum der Exzellenz’. Die JAPCC-Jahreskonferenzen dokumentieren die herausragende Bedeutung des Zentrums für die Strategieentwicklung der Nato. In diesem Herbst steht die nächste Sitzung des „Kriegsrats“ an. Von Bernhard Trautvetter.

Die Diskussion um die Nato ist bis in die sozial-alternative Szene, gar bis in die linke Bewegung hinein von einer Unkenntnis geprägt, die zu gefährlichen Fehleinschätzungen führt.

So spricht der ‘Verteidigungs’politische Sprecher der LINKEN im Bundestag Matthias Höhn von der Nato als “Verteidigungsbündnis” [1]. Eine vergleichbare Verharmlosung hat lange schon bei den Grünen um sich gegriffen – hier ein beispielhaftes Zitat aus einem Antrag der Grünen im Bundestag zu 70 Jahre Nato:

“Aus europäischer Sicherheit bleibt die NATO bisher der neben der EU zentrale Akteur, der die gemeinsame Sicherheit Europas garantieren kann.”

[2] Die hier wie bei transatlantischen Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten zutage tretende Blindheit gegenüber der Nato, ihrer Hoch- und Atomrüstung sowie ihrer Eskalationsstrategie gegenüber Russland, die die Sicherheit und die Zukunft Europas sowie der Menschheit insgesamt untergräbt, diese Blindheit entspringt einer Ignoranz gegenüber den von der Nato entwickelten Szenarien für das, was sie den “Krieg im 21. Jahrhundert” nennt und wofür die Militärs militärische Programme realisieren und die Öffentlichkeit manipulieren.

Um die Gefahr und den Zynismus der so genannten Sicherheitspolitik zu erkennen, genügt ein Blick auf das militärische und strategische Geschehen am Nato-Standort Kalkar am nordwestlichen Rand des Ruhrgebietes. In der linksrheinischen Idylle befindet sich nach den Worten des damaligen (2016) Kalkarer Direktors General Wundrak (inzwischen AfD) mit dem Nato-Standort einer der “ganz großen Player in den deutschen Streitkräften, aber auch in der Nato“ [3]. Sie bauen diese Leitzentrale für den Luftkrieg im 21. Jahrhundert ständig für dreistellige Millionenbeträge auf und aus. Die Dokumente der dort stationierten Nato-Strategieschmiede namens ‘Joint Air Power Competence Centre’ (JAPCC) verdeutlichen seit Jahren die existenzielle Gefährlichkeit der teils bis ins Technische sehr konkreten Kriegsplanung, die den Kalten Krieg fortsetzen und die ihn sehr konkret heiß planen, wie eine Empfehlung der in den 1970er Jahren erstaufgelegten Schrift mit dem vielsagenden Titel zeigt: „Supplying War“ [Krieg zu Verfügung stellen] [4].

Im Journal 11 des JAPCC aus dem Jahr 2010 hieß es bereits,

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