Denken ohne Geländer

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15-04-21 01:20:00,

Als junge Studentin besuchte Hannah Arendt die Vorlesungen Martin Heideggers, der später zu einem der einflussreichsten Philosophen des Jahrhunderts werden sollte. Arendts intellektuelle Begabung beeindruckte Heidegger. Sie wurden ein Liebespaar. Umso unbegreiflicher und schmerzhafter war es für Arendt, als ihr Geliebter 1933 aus freien Stücken in die NSDAP eintrat. Sie brach daraufhin den Kontakt ab (3).

Auch konnte sie nicht verstehen, wieso es unter der intellektuellen deutschen Bevölkerung so wenig Widerstand gab. Und warum fanden sich unter all den Gleichgeschalteten ausgerechnet auch solche, die sie für ihre Freunde hielt? Dieses bereitwillige Sich-Fügen und Mitlaufen, die „Gleichschaltung“, wie sie es nannte, war augenscheinlich gerade unter den Intellektuellen besonders ausgeprägt (4), unter denjenigen also, die die Vorgänge viel besser hätten verstehen müssen, und von denen man annehmen durfte, dass sie ihre Entscheidungen bewusster und durchdachter trafen. Arendt wollte das verstehen.

Auch heute wollen die Menschen einfach nur verstehen.

Sie wollen die Entscheidungen der Politiker verstehen, denen sie ihr Vertrauen geschenkt haben.

Sie wollen wissen, warum sie an der frischen Luft eine Maske tragen müssen, deren Sinn noch Monate zuvor ganz grundsätzlich infrage gestellt wurde.

Und warum hat es weitere Monate gedauert, bis die Bundesregierung mit ihrer Berater-Entourage zur Erkenntnis gelangte, dass nur FFP2-Masken wirklich Schutz bieten und alles davor doch eher Maskerade war? Das würden sie gern verstehen.

Sie wundern sich, warum ein Impfstoff, der erst für Ältere ungeeignet schien, es nun auf einmal doch ist, obwohl die Datenlage schon vor dessen Markteinführung eindeutig gewesen sein sollte.

Überhaupt wollen sie verstehen, wieso Impfstoffe just zur Pandemie auf einmal in wenigen Monaten entwickelt werden konnten, wofür man früher viele Jahre brauchte, und wieso schwere Nebenwirkungen dieser neuen Impfstoffe zudem sicher auszuschließen sind, wohl wissend, dass doch gar keine Zeit geblieben war, diese zu beobachten. Erst recht gilt das für Langzeitfolgen.

Solche ganz besonderen Langzeitfolgen scheinen aber manchem Politiker wiederum schon ziemlich genau bekannt zu sein, allerdings nicht die Impfung, sondern das Virus betreffend. Und das, obwohl es sich um ein „neuartiges“ Virus handelt. Das können viele nicht nachvollziehen.

Verstehen wollen sie auch, warum der Inzidenz-Zielwert nun gerade 50 oder 35 oder sonst was sein soll, und das, wo alles unterhalb 50 als „seltene Krankheit“ gilt und noch dazu all die Gezählten zumeist noch nicht mal krank sind.

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