Im Kalten Krieg gegen China haben die USA schlechte Karten (Teil 2) | KenFM.de

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15-04-21 01:04:00,

Teil 1 schloss mit der Feststellung: Solange sich daher Chinesen und Russen nicht dazu verleiten lassen, militärisch auf amerikanische Provokationen zu reagieren, wird ihre enger werdende strategische Partnerschaft zum Sieg führen, nicht aus militärischen, sondern aus wirtschaftlichen Gründen.

Von Rainer Rupp.

Was China betrifft, so sind nicht nur die technologischen Fortschritte des Landes zu erwähnen, die vor zehn Jahren noch unvorstellbar waren, sondern auch die wissenschaftlich-organisatorischen Fähigkeiten, theoretische Durchbrüche in die Tat umzusetzen. Grundlage dieser Entwicklung ist – im Gegensatz zu den USA – die hervorragende und vor allem kostenlose Ausbildung aller Chinesen. So verwundert es nicht, dass in China seit Jahrzehnten mehr Akademiker in Mathematik und Naturwissenschaften mit Doktorgrad oder äquivalenten Qualifikationen abschließen als in den USA und der EU zusammengenommen.

Beispielhaft für diese Entwicklung in vielen Teilen Chinas ist die technische und technologische Megacity Shenzhen in unmittelbarer Nachbarschaft zu Hongkong. Von dem Fischerdörfchen, das in den 1980er-Jahren von Peking zur Sonderwirtschaftszone deklariert wurde, hat sich Shenzhen zu einer wuselnden, internationalen Zwölf-Millionen-Stadt mit einem Hochtechnologiepark neben dem anderen entwickelt. Schon vor zehn Jahren galt Shenzhen auch für deutsche Wirtschaftsberater als “Biotop für Wissenschaftler” und “Brutkasten für innovative Unternehmer”.

Es ist genau diese Symbiose von Wissenschaftlern und Unternehmern, von Theorie und Praxis, die Shenzhen so einmalig macht. Es ist die Kombination von Wissenschaft in nächster Nähe einer unendlichen Vielfalt von Werkstätten, Ingenieuren, Designern und Technikern, die neue Ideen in die Tat umsetzen können. Das macht Shenzhen auch für westliche Unternehmer so außerordentlich attraktiv. Hinzu kommt, dass ein Techniker oder Entwickler in Shenzhen direkten Zugriff auf alle nötigen Bauteile hat, von Schrauben bis zu elektronischen Kleinteilen, wodurch lange Bestell- und Lieferzeiten vermieden werden, z. B. auf dem Huaqiangbei-Markt, der laut Bloomberg der weltgrößte Elektronikmarkt ist.

Ein junger Unternehmer aus Großbritannien, der in einer Werkstatt in einem Shenzhen-Technologie-Park mit seinem Team einen Roboter entwickelt, um in der Landwirtschaft Unkraut ohne chemische Gifte zu vernichten, erklärte jüngst in einem Video, dass man in einem Monat Entwicklungszeit in Shenzhen mehr schafft als in vier Monaten in einem Industriepark im Westen. Zugleich machten die Entwicklungskosten nur einen Bruchteil der Kosten im Westen aus. Mehr darüber kann der interessierte Leser in einem vom Fernsehsender CNA aus Singapur im Januar dieses Jahres ausgestrahlten,

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