Slow News

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15-04-21 01:19:00,

„Ich will kluge Gedanken nicht auf einem Smartphone lesen. Ich will nicht vom Sog der Bilder, Kurznachrichten und YouTube-Videos runtergezogen werden. Und ich will auch nicht mit meinem digitalen Konsum gerade die Konzerne füttern, die die Unfreiheit weiter zementieren. Aber ich will natürlich an demokratischen Debatten teilhaben, Argumente für und wider hören und meinen eigenen Verstand an ihnen schärfen.“

Deshalb unterstütze ich von Anfang das neue und analoge Presseecho NACHHALL. Eine weitere Besonderheit dieser Artikelsammlung, die alle 14 Tage auf wunderschönem Papier und hochwertig gestaltet in mein Haus flattert, ist die vorübergehende Entkopplung von Inhalt und Autor.

„Unser Presseecho ist anders / Du liest ohne zu wissen / wer einen Text geschrieben hat / wo er erschienen ist // Du kannst die Gedanken / befreit aufnehmen / Dir deine eigene Meinung bilden.“

Besonders im letzten Jahr ist mir aufgefallen, dass es eine Tendenz gibt, Inhalte aufgrund des Autors zu bewerten, anstatt sich voll und ganz den Fakten oder der Meinung zu widmen, die präsentiert werden. Das bedeutet nicht, dass es nicht relevant ist, wer etwas schreibt, aber manchmal scheint es so, als ob das Wissen um den Autor den Inhalt zu stark beeinflusst. Im NACHHALL-Magazin lese ich in jeder Ausgabe sehr interessante Artikel zu Themen wie Bildung, Frieden, Politik, Medien, Gesellschaft und mehr. Doch ich weiß nie, wer diesen Text verfasst hat. Am Anfang beschlich mich ein Gefühl der Angst dabei, einen Text zu lesen, ohne zu wissen, wer ihn geschrieben hat. Meine Angst sprach folgende Sätze:

„Was, wenn ich einen Artikel von einer Person gut finde, die ich nicht mag, oder wenn der Autor einer politischen Strömung angehört, die mir nicht zusagt oder verpönt ist? Ich empfinde es in Zeiten des Schubladendenkens und der Kontaktschuld als ein kleines intellektuelles Abenteuer, mich darauf einzulassen, vorerst nicht zu wissen, wer das geschrieben hat, was ich lese.“

Die Autoren der Artikel werden jeweils in der folgenden Ausgabe veröffentlicht und ermöglichen es dann, Autor und Quelle des Artikels zu erfahren. Nach drei Ausgaben analogen und anonymisierten Pressekonsums bin ich überzeugt davon, dass NACHHALL für Freunde des bewussten Medienkonsums eine echte Bereicherung sein kann. Die Vision, die mit NACHHALL verknüpft ist, spricht mich an,

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