Ukraine-Konflikt: Wie Medien die Realität auf den Kopf stellen

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15-04-21 01:13:00,

Viele Journalisten beschreiben die aktuelle Zuspitzung als Eskalation von russischer Seite. Dieser medienübergreifende Tenor führt die Bürger in die Irre. Die aktuelle Berichterstattung zum Ukraine-Konflikt ist ein weiteres Beispiel massiver Manipulation. Von Tobias Riegel.

Angesichts der aktuellen Eskalation an der russisch-ukrainischen Grenze läuft ein Meinungskampf über die Deutung der Vorgänge und um die Zuschreibung der Verantwortlichkeiten. Die realen Hintergründe der Vorgänge, nämlich eine massive Eskalation von westlicher Seite, hat gerade Reiner Braun auf den NachDenkSeiten in dem Artikel „Ukraine: Stehen wir vor dem nächsten (großen) Krieg?“ beschrieben. Eine „Chronologie der Eskalation“ hat Thomas Röper verfasst. Unter vielen anderen Aspekten werden in den Artikeln etwa innerukrainische Aufrüstungen und Eskalationen sowie NATO-„Übungen“ in der Region thematisiert.

Sind die Aggressoren die Opfer?

Angesichts dieser Hintergründe ist die aktuelle Berichterstattung in vielen großen deutschen Medien sehr irreführend. Die Realität wird praktisch auf den Kopf gestellt – vor allem durch das Mittel der Verkürzung, das man bereits vom Syrien-Konflikt oder von der Berichterstattung zu den politischen Folgen des Maidan-Umsturzes kennt: Viele Medien verschweigen westliche Eskalationen und skandalisieren ausschließlich die russischen Reaktionen darauf, die dann zum „Angriff“ umgedeutet werden. Man ist aktuell Zeuge einer, wie Reiner Braun schreibt, „kampagnenhaften, geradezu primitiven Verurteilung Russlands“.

Ich habe im öffentlich-rechtlichen Rundfunk und in den großen privaten Medien keinen aktuellen Artikel finden können, der den Ansprüchen an eine ausgewogene Berichterstattung gerecht würde und in angemessener Weise die Interessen und Haltungen beider Seiten betrachten würde, sowie in angemessener Weise die Ereignisse thematisieren würde, die zum aktuellen Konflikt hingeführt haben. Wenn unsere Leser positive Gegenbeispiele entdecken konnten, wären wir über einen Hinweis dankbar. Nach der Verweigerung der Ausgewogenheit vieler großer Medien beim Thema Corona ist die aktuelle Berichterstattung zum Ukraine-Konflikt ein weiteres Beispiel massiver Manipulation.

Allumfassende antirussische Meinungsmache in vielen Medien

Es folgt eine unvollständige und beispielhafte Auswahl an fragwürdigen Medienbeiträgen. Hier sei betont, dass auch führende deutsche Politiker in den Chor einstimmen und damit auch gegen deutsche Interessen handeln. Diese Interessen liegen eindeutig in einer friedlichen Koexistenz mit Russland. Dass man sich mit der Vertretung dieser Meinung nicht mit allen Standpunkten und Handlungen der russischen Regierung gemein macht, ist selbstverständlich. Dennoch unterstützen Teile der deutschen Politik ebenfalls die aktuellen einseitigen Schuldzuweisungen: So fordert etwa Bundeskanzlerin Angela Merkel nun gemeinsam mit US-Präsident Joe Biden einen (wohl einseitigen) russischen „Truppenabzug“.

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