Triumph der Irrationalität

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20-04-21 09:40:00,

„Krieg ist Frieden“, „Freiheit ist Sklaverei“, „Unwissenheit ist Stärke“ lesen wir in George Orwells Roman „1984“. Sprachlich sehr benachbart liegt da der Schriftzug „Impfen = Freiheit“, der Anfang März auf den Rheinturm projiziert wurde.

Der Künstler hinter dieser Kunstinstallation, Leon Löwentraut, bediente sich zwar nicht derselben Formulierung wie in Orwells Roman, sondern setzte beide Begriffe mit einem „=“ in Beziehung zueinander. Die Ähnlichkeit ist dennoch unverkennbar. Statt „X ist X“ spricht sich der Schriftzug ausgesprochen „X ist gleich X“. Durch das kleine Wort „gleich“ wird eine hauchdünne Abgrenzung zur orwellschen Sprache vorgenommen. Ob bewusst oder unbewusst – darüber kann hier nur spekuliert werden.

Ebenso bleibt es Spekulation, ob eine unverfroren identische Formulierung wie in „1984“ — also „Impfen ist Freiheit“ — andere Reaktionen hervorgerufen hätte als diese, die wir uns im Nachfolgenden genauer ansehen möchten. An dieser Stelle sei nur angemerkt, dass in anderen Bereichen der heutigen Politik mittlerweile gar keine Berührungsangst mehr besteht, mit Querverweisen auf dystopische Romane des letzten Jahrhunderts zu hantieren. So hört eine 2018 aus EU-Geldern finanzierte Beobachtungstelle gegen Desinformation auf den Namen Soma. In Aldous Huxleys Dystopie „Schöne neue Welt“ — neben „1984“ einer der einflussreichsten Romane des 20. Jahrhunderts — ist Soma eine Droge, die die Masse der Menschen ruhigstellt und sie ihres kritischen Denkvermögens beraubt. Zufall? Norbert Häring schrieb hierzu:

„Wenn es versehentlich wäre, zeugte es schon von einem beträchtlichen Maß an Ignoranz, ist ‚Schöne neue Welt‘ doch einer der einflussreichsten Romane des 20. Jahrhunderts. Wenn es absichtsvoll geschah, zeugt es von einem gerüttelt Maß an Zynismus, ist Soma doch ein zentrales Element der Bevölkerungskontrolle und -steuerung in einer totalitären Gesellschaft, durch wohlmeinende, diktatorische Technokraten.“

Die Realität holt 2021 die erwähnten Dystopien ein. Bevor wir uns die verstörenden Reaktionen auf das Düsseldorfer Kunstwerk ansehen, betrachten wir es noch einmal genauer.

Mit dieser Aktion setzt die omnipräsente Corona-Propaganda noch mal einen oben drauf, der Coronakult wird hier auf die Spitze getrieben. Im Wortsinn.

Bild-Ebene

„Das Medium ist die Message“, lehrte uns der Kommunikationstheoretiker Marshall McLuhan. Das Medium ist in diesem Falle der Fernsehturm selbst. Warum man ihn als Projektionsfläche auswählte, ist auf den ersten Blick naheliegend: Er ist das höchste Gebäude in Nordrhein-Westfalen (NRW). Was auf diesen Bau projiziert wird,

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