Tschechiens Vorwürfe gegen Russland und die Folgen | Anti-Spiegel

tschechiens-vorwurfe-gegen-russland-und-die-folgen-|-anti-spiegel

19-04-21 11:24:00,

Tschechien hat Russland am 17. April beschuldigt, für zwei Explosionen in einem Munitionslager in Tschechien 2014 verantwortlich zu sein. Es folgte die wohl schlimmste Verschlechterung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern in der Geschichte.

Am 17. April habe ich schon kurz über die Vorwürfe aus Prag an Moskau berichtet, den Artikel finden Sie hier. Tschechien beschuldigt Russland, die zwei Explosionen im Jahre 2014 wären vom russischen Geheimdienst GRU verursacht worden und die Täter seien die gleichen Männer, die laut Großbritannien auch die Skripals vergiftet hätten.

Es war ein glücklicher Zufall für die westliche Pharmakonzerne und politischen Gegner von Sputnik-V, dass der tschechische Geheimdienst die Explosionen von vor sieben Jahren ausgerechnet zwei Tage vor der geplanten Reise des tschechischen Innenministers aufklären konnte. Die Moskau-Reise des Innenministers zum Kauf von Sputnik-V war in Tschechien wegen der Lobbyarbeit der westlichen Pharmakonzerne und Medien umstritten und wurde nach den Vorwürfen gegen Russland abgesagt.

Tschechien hat daraufhin gleich 18 russische Diplomaten des Landes verwiesen. Russland hat reagiert und 20 tschechische Diplomaten nach Hause geschickt. Damit dürften die diplomatische Beziehungen der beiden Länder de facto eingefroren sein, denn nun haben sie nur noch jeweils fünf Diplomaten in dem anderen Land, womit der normale Betrieb der Botschaften kaum mehr aufrechtzuerhalten sein dürfte.

Wieder keine Beweise

Der tschechische Geheimdienst hat die Vorwürfe gegen Russland erhoben. Allerdings hat er keine Beweise präsentiert. Der tschechische Innenminister Jan Hamacek hat stattdessen am 19. April vor der Presse verkündet, man halte die Beweise geheim, damit Russland nicht erfahren könne, was man über die Sache weiß. Und er fügte hinzu:

„Man darf nicht veressen, dass die Polizei in dem Fall noch ermittelt.“

Das ist vielsagend, denn einerseits sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen, andererseits wurden die Beschuldigten aber bereits genannt, wobei man sich gleichzeitig weigert, irgendwelche Beweise zu veröffentlichen. Man soll dem tschechischen Geheimdienst also blind glauben, wobei ich persönlich nach den angeblichen irakischen Massenvernichtungswaffen, dem Celler Loch und vielen anderen ähnlichen Vorfällen keinem Geheimdienst mehr irgendetwas ohne Beweise glaube. Man darf ja nicht vergessen, dass die Aufgaben von Geheimdiensten nicht nur Spionage und Gegenspionage sind, sondern auch Desinformation.

Die EU glaubt dem tschechischen Geheimdienst hingegen blind und hat mitgeteilt, sie halte die tschechischen Vorwürfe für begründet,

 » Lees verder

%d bloggers liken dit: