Im Auftrag der CIA – Der Dschihadismus als Waffe des Westens | Free21.org

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22-04-21 07:27:00,

Free21 veröffentlicht hier erstmalig das Transkript der ersten Version des unveröffentlichten Radio-Features von Albrecht Metzger.

Dieser Text wurde bei Free21 erstveröffentlicht. Mit freundlicher Genehmigung von ©Albrecht Metzger.

(Lizenz: CC BY-NC-ND 4.0, Quelle: https://sadefenza.blogspot.com/2017/04/documenti-cia-del-1983-rivelano-piano.html?spref=pi)

Erzähler: Die Taubenheimstraße in Stuttgart. Ein ruhiger Morgen, in den Bäumen zwitschern die Vögel und gurren. Der Weg führt zum  Landesamt für Verfassungsschutz. Ich gehe zu meinem Freund Benno Köpfer, einem Islamwissenschaftler, mit dem ich vor dreißig Jahren in Freiburg studierte. Im Sommer 1991 besuchte ich ihn im Jemen, sein Job beim Verfassungsschutz war damals in weiter Ferne. Benno arbeitete in einem Projekt zur Erhaltung der Altstadt von Sanaa, ich war auf der Suche nach einem Magisterthema und endete bei den Muslimbrüdern.

Heute bin ich wieder auf der Suche – nach mir selbst und der Frage, wie verdreht die Welt sein kann. Seit einiger Zeit halte ich es für möglich, dass westliche Geheimdienste Dschihadisten planmäßig fördern. Vielleicht nehmen sie sogar Terroranschläge in Kauf oder lassen diese bewusst zu.

Wer hat mich auf diese Idee gebracht? Und wie lässt sich das überprüfen? Ich mache eine Reise durch die Republik mit einem Abstecher nach Zürich. Ich treffe Verfassungsschützer, Politiker, Historiker und Journalisten – von Hans-Georg Maaßen bis Hans-Christian Ströbele. Am Ende bin ich schlauer. Zu Beginn tauche ich mit Benno Köpfer in die Vergangenheit ein. Der Jemen, heute ein zerstörtes Land, barg damals viele Geheimnisse.

Eine Marktszene in Sanaa, Jemen

Erzähler: Wir schauen einen Clip vom Kat-Markt in Sanaa. Kat ist eine jemenitische Volksdroge, die in Sträuchern verkauft wird. Benno erinnert sich.

O-Ton Köpfer:…und Sanaa als Hauptstadt, wo man Szenen sieht wie auf dem Markt. Es war eben alles noch sehr, sehr ursprünglich. Und für viele waren das natürlich auch Orientphantasien, die man haben kann von einem islamischen Mittelalter, von einer patriarchalen Gesellschaft. Wir sehen ja nur Männer hier mehr oder weniger auf dem Markt tätig und dann eben eine Kultur mit dem Kat.

Erzähler: Auch politisch war das Land interessant. Im Herbst 1990 hatten sich der konservative Norden und der kommunistische Süden vereinigt. Es herrschte Meinungsfreiheit, Zeitungen sprangen aus dem Boden. Ich besuchte sie alle und landete irgendwann bei den Muslimbrüdern, mein erster Kontakt mit dem Islamismus. Ihre Partei hieß Sahwa,

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