Kultur im Todeskampf

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22-04-21 02:39:00,

Als jemand, der sein Dasein der Musik widmet, begrüße ich jeden journalistischen Beitrag zum Sterben der Kultur durch die anhaltenden Corona-Maßnahmen grundsätzlich, wie zum Beispiel „Kulturtod ohne Trauernde“ vom 10. April 2021. Denn es hat jede Aufmerksamkeit verdient, zumal die „Leid-Medien“ — wie ich sie nenne — so gut wie nie über die verheerenden Auswirkungen der Corona-Politik auf die Kultur berichten. Erschüttert bin ich freilich oft über den Tenor zahlreicher Kommentare zu solchen Artikeln: Es zeigt sich darin immer wieder ein grundsätzliches Unverständnis von Kultur und all derer, die sich ihr mit Leib und Seele verschrieben haben. Daher im Folgenden ein paar grundsätzliche Gedanken zum Selbstverständnis von Kultur, Künstlern und deren derzeitigem Todeskampf. Denn von einem „Überlebenskampf“ ist ja derzeit leider kaum etwas zu merken.

Man kann, ja man sollte über Künstler, die sich vor den Karren der Corona-Politik spannen lassen, diskutieren. Freilich sind Corona-Maßnahmen-Unterstützer wohl grundsätzlich günstigstenfalls Duckmäuser, manchmal ignorante Mitläufer, schlimmstenfalls aber „willige Vollstrecker“ aus Überzeugung.

Auch Promis, die bei PR-Kampagnen für Alltagsmasken oder Behandlung mit neuartigen genetischen Wirkstoffen — falsch als „Impfstoffe“ bezeichnet — werben, machen sich meines Erachtens zu Mittätern — ob nun aus Dummheit, Opportunismus (schlimm genug) oder gar Überzeugung (!).

Eine Frage an solche Promis: Kommt auch nur ein Mensch auf Sie zu und sagt: „Meine Frau war ein so großer Fan von Ihnen, dass Sie sich gegen Corona hat impfen lassen, und nur vier Wochen später starb sie nachgewiesenermaßen an dem Impfstoff …“ — könnten Sie eigentlich mit einer solchen Schuld leben …?

Millionen von Leidtragenden in den diversen Biotopen dessen, was wir hier „Kultur“ nennen, werden in der Öffentlichkeit mitleidlos weitgehend ignoriert. Zynisch gesagt: Selbst über das unermessliche Leid der vielen Alten und Kranken wird inzwischen mehr berichtet als über die totale Vernichtung künstlerischer Existenzen. Viele scheinen hierzulande nicht recht zu begreifen, worum es in der Kultur geht und was eine „künstlerische Existenz“ eigentlich bedeutet — ob man diese nun lieber rational im Ökonomischen, im Soziologischen, oder emotional im Seelisch-Geistigen verorten mag. Verständnis für die Kultur bringen aber viele allenfalls bezogen auf ihren gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Nutzen auf. Doch auch dann wird bereits das Ausmaß des Kultursterbens verkannt.

Im August 2020 wies ich in meinem Rubikon-Artikel „Anschlag auf die Kultur“ darauf hin: „Die Kultur ist mit 1,2 Millionen Beschäftigten,

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