#allesdichtmachen – Das Ende des Schweigens

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23-04-21 10:18:00,

Lange hat es gedauert, doch endlich haben mehr als 50 namhafte deutsche Schauspieler ihr Schweigen beendet und beziehen offen kritisch Stellung zu den Corona-Maßnahmen. Und zwar keinesfalls „nur“ aus der Perspektive des Kulturbetriebs, sondern in einem grandiosen Rundumschlag aus kurzen Videoclips, die bitter-ironisch persiflieren, was alles schiefläuft.
Chapeau! Wie kaum anders zu erwarten, haben sie damit in ein Wespennest gestochen. Die Lockdown-Fraktion in den Medien schäumt vor Wut und sparte bereits wenige Stunden nach Veröffentlichung der Clips nicht mit Nazi-Vergleichen und Schlägen tief unter der Gürtellinie. „Saublöde Populisten“ seien diese „Schwurbler“, die „Wirres raunen“, „Unrat verbreiten“ und „rechtsradikale Propaganda verbreiten“. Frei nach Lenin – sag mir, wer Dich kritisiert, und ich sage Dir, was Du richtig gemacht hast“. Von Jens Berger.

Im Februar fragte Tobias Riegel auf den NachDenkSeiten, wo denn die kritischen Künstler hin seien und beklagte die „Ignoranz der sozialen Fragen durch Teile des Kulturbetriebs“. Und erst in dieser Woche legte der Kollege noch einmal nach und beklagte einmal mehr das „dröhnende Schweigen der Zivilgesellschaft“. Riegel wurde erhört. Die 53 Videoclips, die im Rahmen der Kampagne „#allesdichtmachen #niewiederaufmachen #lockdownirrtümer“ gestern veröffentlicht wurden, können durchaus als – wenn auch zu späte – Ehrenrettung der deutschen Kulturschaffenden durchgehen.

Anmerkung: Die Kampagnenseite allesdichtmachen.de ist zur Zeit nicht erreichbar – wahrscheinlich hält der Server der Nachfrage nicht stand. Die Videos sind jedoch auch direkt über die YouTube-Playlist der Kampagne erreichbar – zumindest noch.

Mit ein wenig Optimismus hätte man ja zumindest erwartet, dass sich endlich einmal namhafte Vertreter des Kulturbetriebs zur prekären Situation der Kultur geäußert hätten, die im nun mehr als ein Jahr andauernden Ausnahmezustand vollends unter die Räder gekommen ist. Doch #allesdichtmachen beschränkt sich zum Glück nicht auf die eigene Branche, sondern greift in den einzelnen Clips ein sehr breites Themenfeld auf – Themen, die seit Beginn des Ausnahmezustands auch immer wieder von den NachDenkSeiten kritisch beleuchtet wurden.

So thematisiert der Clip des Schauspielers Volker Bruch beispielweise das Klima der Angst, das gezielt von Politik und Medien geschürt wird.

„Ich will wieder mehr Angst haben. Denn ohne Angst habe ich Angst. Deshalb appelliere ich an unsere Regierung: Macht uns mehr Angst. Die Menschen im Land brauchen diese Angst jetzt. Liebe Regierung, lasst uns in dieser Lage nicht allein.

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