Nase auf, Schule zu. Wie eine kranke Krisenpolitik die Zukunft unserer Kinder kaputt macht.

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26-04-21 03:18:00,

Bei einer Inzidenz von 165 machen die Schulen im Lande wieder dicht. So steht es im „Notbremsen“-Gesetz der Bundesregierung. Damit auch ja keine Lehranstalt unter Wert bleibt, werden Schnelltests zur Verpflichtung und muss sich jedes Kind zweimal wöchentlich die Nasenschleimhaut traktieren. Für Pädiater, Psychologen und Soziologen ist das ein Instrument mehr im Corona-Panikorchester, das massenhaft angst- und zwangsgestörte Heranwachsende produziert. Echte Bildung fällt bei all dem natürlich auch aus: In der Pandemie ist Homeschooling nachrangig, davor kommen TV, Playstation und Smartphone. Lehrerverbände finden das schlimm, wollen den Klassensaal aber lieber noch viel früher räumen. Dankeschön, sagt die Nachhilfeindustrie. Von Ralf Wurzbacher.

Man wünschte Angela Merkel (CDU) eigene Kinder und ein paar Lenze weniger auf dem Buckel: Auf dass sie als alleinerziehende und soloselbstständige Kanzlerin in den Mittvierzigern sich und ihrem Nachwuchs Leben und Lernen in der Lockdown-Endlosschleife beibringen möge. Wie sähe das aus? Die mächtige Staatsfrau kauert beim Herrschen am Kabinettstisch, während sie nebenbei den Tagesworkload ihres Töchterchens der überlasteten Moodle-Plattform abtrotzt. Oder sie verzweifelt spät abends beim Zubettbringen des Sohnemanns, weil dessen Schlaf-Wach-Rhythmus vor lauter Homeschooling, Wechselunterricht und Zwangsquarantäne komplett zerrüttet ist. Aber selbst dann, wenn das Einmaleins auch nach der hundertsten Wiederholung nicht sitzt, erlöst die Mutti der Nation sich und ihre Sprösslinge selbstredend nicht – sondern verordnet die nächste Totalschulschließung.

Was ist eigentlich aus dem Bekenntnis unserer Pandemiemanager geworden, die Lehranstalten bei künftigen Maßnahmenverschärfungen zu schonen? Weil doch jungen Menschen weitere Zumutungen nicht zuzumuten wären, von wegen Zukunft durch Bildung und so. Alles Schnee von gestern. Erreicht demnächst eine Stadt oder ein Landkreis die Sieben-Tage-Inzidenz von 165 „Neuinfektionen“ auf 100.000 Einwohner, ist sofort wieder Schluss mit Präsenzbetrieb. So haben es am Mittwoch der Bundestag und tags darauf der Bundesrat mit dem „Notbremsen“-Gesetz verfügt. Basta! Es gab mal ein Zeit, da wurde wenigstens darüber diskutiert, wie Eltern, von denen mithin beide berufstätig sind, das mit der Heimbeschulung eigentlich meistern sollen. Seit die Schulen, wie vielerorts in den vergangenen Wochen, wenigstens zur Hälfte im Zwei-Tage-Takt unterrichten, hört man nichts mehr davon. Motto: Halbes Leid ist gar kein Leid. Mit Omas Hilfe, vielleicht ja schon geimpft, dazu Homeoffice und einem Schuss Kreativität lässt sich das Kind schon schaukeln. Und wenn nicht, kann man seine Ausfälle immer noch beim „Rettungspaketdienst“ von Peter Altmeier (CDU) geltend machen, mit reichlich Geduld und Überbrückungskrediten.

Vier Monate „Stubenarrest“

Aber um die Erwachsenen und ihre Sorgen soll es hier gar nicht gehen.

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