#allesdichtmachen: Die Angst vor dem Applaus von der falschen Seite

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27-04-21 10:09:00, liefers photoPhoto by Internet Archive Book Images

Es war zu schön, um wahr zu sein. Für einige wenige Stunden keimte Hoffnung auf bei Millionen von Menschen, die darauf warten, dass ihnen endlich jemand eine Stimme gibt, die wirklich gehört wird. Sage und schreibe 53 mehr oder weniger Prominente aus dem Kulturbereich hatten es tatsächlich gewagt, aus dem staatlichen Kollektiv auszubrechen. Zwar verpackten sie ihre Kritik in eine Satire, darauf achtend, sich den eigenen Fluchtweg nicht zu verbauen, doch lösten die unter dem Hashtag #allesdichtmachen zusammengestellten Videobotschaften zum Irrsinn der Corona-Maßnahmen und der einseitigen Medienberichterstattung ein Beben aus. Anfangs hatte das Medienkartell die Initiative noch totzuschweigen versucht, wie es schlechte Sitte ist, wenn unliebsame Themen „weggedrückt“ werden sollen. Doch die enorme Resonanz ließ ihm am Ende keine andere Wahl, als zu berichten. Die polit-mediale Reaktion war dabei so vorhersehbar wie die Tatsache, dass ein Viertel der Aufmüpfigen umgehend zurückruderte. Es reichte der verrückte Vorwurf, hier hätten sich ein paar naive Künstler sehenden Auges ins gesellschaftliche Abseits manövriert, weil sie um den Applaus von der „falschen Seite“ hätten wissen müssen. Aus dem Funktionärsbereich des öffentlich-rechtlichen Rundfunks kam gar die Forderung, die Wortführer sollten fortan nicht mehr im Fernsehen auftreten dürfen. Nur wenige der Kulturschaffenden wagten es hernach, sich öffentlich zu ihrem Meinungsbeitrag zu bekennen. Die meisten duckten sich lieber weg. Einige Bedauernswerte hielten dem enormen Druck nicht stand und distanzierten sich postwendend von ihrer eigenen Meinung. Es hatte offenbar sogar Morddrohungen gegeben. Schrecklich, wozu journalistische Hetze führen kann.

„Ihr trampelt auf denen herum, die jetzt selbstmordgefährdet sind. Ihr spuckt auf all die, die ihre Existenz verloren haben.“

An die Spitze der Aufrechten setzte sich der Berliner Regisseur Dietrich Brüggemann. Der 45-Jährige, der unter anderem bei mehreren „Tatort“-Folgen Regie geführt hat, dürfte schon allein deswegen nicht im Entferntesten im Verdacht stehen, rechte Gesinnungen bedienen zu wollen. Er hielt den Gegenwind aus und konterte die absurden Vorwürfe der polit-medialen Blase in einer Weise, die größten Respekt verdient. Nicht ganz so mutig war Jan Josef Liefers. Der bekannte „Tatort“-Schauspieler weigerte sich aber immerhin, die ihm angedichtete Ketzerei vollends zu widerrufen. Brüggemann hingegen las den Medienhyänen per Twitter die Leviten: „Ihr verhöhnt die Opfer. Ihr trampelt auf denen herum, die jetzt selbstmordgefährdet sind. Ihr spuckt auf all die, die ihre Existenz verloren haben. Ihr macht euch lustig über das Leid derer,

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