Mensch Schauspieler

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27-04-21 10:09:00,

Prominente glauben zuweilen und mit Recht, dass sie größere Freiheiten und mehr Einfluss haben, egal, was sie tun und sagen. Sie haben eine große Schar an Fans und Followern, manche so treu ergeben, dass sie wie Jünger überall hin folgen. Ja, Prominente können in der Tat etwas bewegen. Und gerade in Zeiten wie diesen erwartet man auch von ihnen, dass sie sich äußern und Richtung geben. Nur eben bitte richtig.

Sonst kann es heikel werden, ganz heikel. Es kann Aufträge kosten, es kann die Karriere beeinträchtigen, vielleicht beenden. Auch Prominente können auf dem Altar der Pandemie geopfert werden, wenn sie ins falsche Horn blasen. Corona frisst auch Promis wie einst die Revolution ihre Kinder.

Die Horde renitenter Schauspieler hatte es in geradezu blasphemischer Weise gewagt, auf die sie fütternde öffentlich-rechtliche Hand zu spucken und Kritik zu üben an Maßnahmen und staatshöriger Corona-Berichterstattung. Gut möglich, dass der eine oder andere Tatort-Kommissar bald in den vorzeitigen Ruhestand oder in den Innendienst versetzt wird.

Unter den reichlich 50 Abtrünnigen sind auch einige A-Promis, Schwergewichte also, die mit ihrer Fan-Gemeinschaft durchaus das Potenzial haben, einige zum Nach- und Umdenken zu bewegen. Das könnte gefährlich werden für die Verantwortlichen in Politik und Medien.

Zu den VIPs unter ihnen gehören sicher der gebürtige Dresdner Jan Josef Liefers und dessen Stiefbruder Martin Brambach, der begnadete Ulrich Tukur, dessen Film- und Fernsehschaffen Seiten füllt, ganz abgesehen von unzähligen Auszeichnungen und einer beeindruckenden Discografie. Richie Müller und Felix Klare gehören dazu, Nadja Uhl, Volker Bruch, Thorsten Merten oder der Österreicher Nicholas Ofczarek. Es sind zu viele, denen man danken müsste.

Liefers, bekannt vor allem als Autopsie-Professor und Münsteraner Tatort-Partner von Axel Prahl sowie aus unzähligen Filmen wie Knockin’ on Heaven’s Door oder Uwe Tellkamps Der Turm, ist wohl schnell zum Gesicht des Schauspieler-Aufstands geworden. Der Mann, der auch ein Asyl für Edward Snowden befürwortet, kennt sich aus mit Widerstand. Er sprach schon auf der legendären Demonstration auf dem Berliner Alexanderplatz am 4. November 1989 — wenige Tage vor dem Fall der Berliner Mauer. „Neue Strukturen müssen wir entwickeln, für einen demokratischen Sozialismus.“, mahnte er seinerzeit an.

Das WDR -Infotainmentmagazin „Aktuelle Stunde“ zeigte exemplarisch, wie man mit solch widerborstigen Frechdachsen aus dem eigenen Stall umgeht.

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