Seelensplitter

seelensplitter

27-04-21 11:47:00,

An dem Roman finde ich besonders gelungen, dass er sich lesen lässt wie ein spannender Krimi. Ich war sofort gefesselt und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Lucy — die Hauptfigur — ist eine junge, schöne und beruflich erfolgreiche Frau. Sie hat eine kleine Tochter, an der ihr ganzes Herz hängt. Sie ist der Persönlichkeitsanteil, der den Alltag managt, und im therapeutischen Kontext wird sie als die „Alltagsperson“ bezeichnet. Lucy erinnert sich nicht an die schlimmen Ereignisse und will davon auch gar nichts wissen.

Das besondere an Lucy ist, dass sie ihren Körper nicht alleine „bewohnt“:

Da gibt es Leo, den Halbstarken. Er ist ein Beschützer und Verteidiger, zum Leidwesen von Lucy raucht er und hat das Gebaren eines in die Pubertät gekommenen Jungen, der noch im Stimmbruch ist.

Eine weitere „Mitbewohnerin“ ist Lucile. Lucile ist sehr sinnlich, flirtet mit jedem männlichen Wesen, hat es gerne, wenn sie bewundert wird und ist für seelenlosen Sex zuständig.

Lucas ist ein kleiner lebensfroher Junge, der gerne mit Autos spielt und sich seine Unbeschwertheit bewahrt hat. Er ist ein Gegengewicht zu den vielen erstarrten inneren Traumakindern.

Dann ist da noch die kindliche Lucia, die nicht redet. Sie hat ein phänomenales fotografisches Gedächtnis und ist eine geniale Zeichnerin.

Lola ist ein unreifes und täterhöriges Mädchen, die alles Schlimme ausblendet und sich wie eine Prinzessin fühlt.

Mit Hilfe einer Traumatherapie lernt Lucy ihre „Mitbewohner“ beziehungsweise ihre anderen inneren Persönlichkeitsanteile kennen, von denen sie vorher nicht wusste, dass es sie in ihr gibt. Somit konnte sie die Kontrolle übernehmen und entscheiden, welcher „Innenanteil“ Außenzeit bekommt, so dass sie sich nicht mehr ohne ihr Wissen nach vorne drängen konnten. Das Problem ist, wenn sich „Innenanteile“ ohne Wissen der Alltagsperson nach vorne drängen — also das „Ruder“ übernehmen —, dass es dann für die Alltagsperson zu Zeitverlusten kommt, weil sie in dieser Zeit nach innen verschwinden muss und nicht mehr mitbekommt, was im Außen geschieht. Im Fachjargon heißt das „switchen“ und so ein Switch ist auch für andere Menschen, mit denen eine multiple Persönlichkeit im Kontakt ist, verwirrend und irritierend.

Liz Wieskerstrauch schildert eine Szene gleich zu Anfang in ihrem Buch, die das deutlich macht:

„Wie immer spürte Lucy Luciles Begehren. Schließlich gab sie nach.

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