Der gespaltene Spalter

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29-04-21 01:41:00,

Imre Grimm ist intelligent und wissend, wortgewandt und mit einem recht starken Hang zur Satire ausgestattet (1). Er ist in Hannover geboren und dort hat sich offenbar seine gesamte weitere Biografie abgespielt. Er hat einige Jahre Germanistik und Geschichte an der Leibnitz Universität in Hannover studiert. Ein akademischer Abschluss blieb ihm versagt, ist aber kein Gradmesser. Sein erster Arbeitgeber war die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ), die größte Tageszeitung in Niedersachsen. Ein Jahr lang volontierte Grimm bei dem Blatt, um danach 15 Jahre als Redakteur für die HAZ zu arbeiten. Dabei avancierte er im Jahre 2005 zum Leiter des Medienressorts (2).

Im Jahr 2013 wechselte Imre Grimm zum Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). HAZ wie RND haben ihren Sitz in der niedersächsischen Landeshauptstadt. An dieser Stelle können wir festhalten, dass Grimm nach seinem Studienabbruch eine ziemlich geschmeidige Karriere hingelegt hat, in der er sich gut aufgehoben fühlte. Dies erweckt auch nicht den Eindruck, dass er beruflich jemals besonders experimentierfreudig gewesen wäre. Er hatte und hat ein sicheres Auskommen (2i). Das ist wahrlich nicht zu verurteilen. Schließlich ist das Bedürfnis nach Sicherheit mehr oder weniger stark in allen von uns ausgeprägt. Das lässt sich jedoch leider auch ausnutzen.

Wie gesagt, meint der Redakteur Imre Grimm, einen Faible für Satire zu besitzen. Seine Satire trifft jedoch nicht wirklich die brennenden Probleme unserer Gesellschaft. Wenn es jedoch darum geht, die zu veröffentlichende Meinung — ja, Meinung, nicht Information — unters Volk zu bringen, dann ist der Mann zur Stelle — und zwar ohne, dass ihn der Auftraggeber dafür instruieren müsste. Die Instruktionen sind nämlich bereits verankert, in Grimms Weltbild, das sich nach den Prinzipien des Overton-Fensters verschiebt und somit immer das im Sinne der Meinungsherrschaft Richtige verinnerlicht und ausdrückt.

Imre Grimm hat ja im Jahre 2013 — als er von der HAZ zum RND wechselte — nicht wirklich etwas Neues gewagt. Er blieb eingebettet, bezahlt von ein und demselben Arbeitgeber. Schließlich gehören HAZ wie RND zur Madsack Mediengruppe. Das ist der immerhin viertgrößte deutsche Medienkonzern. Nicht nur in Niedersachsen laufen viele Blätter unter seiner Flagge, auch eine ganze Reihe weiterer Traditionsblätter anderswo sind in den Konzern eingegliedert worden — in Nachwendezeiten teils unter freundlicher Mithilfe der Treuhand (3).

Grimms Wechsel zum RND fiel mit der Gründung des Netzwerkes zusammen.

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