Maskenpflicht an Bremer Grundschulen: Elternumfrage war manipuliert

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29-04-21 11:28:00,

Standdatum: 27. April 2021. : Kristian Klooß und Peter Gallasch

Eine Umfrage des Zentralen Elternbeirats (ZEB) zu Masken an Bremer Grundschulen wurde offenbar gefälscht. Ein Bot stimmte 7.000 Mal ab – und drehte so das Ergebnis.

Bremer Eltern sind offenbar tief gespalten, wenn es um Corona-Maßnahmen für Grundschulkinder geht. Die Spaltung geht so weit, dass jetzt sogar eine Umfrage des Zentralen Elternbeirats (ZEB) von Unbekannten manipuliert wurde. Befragt wurden Eltern, ob sie für oder gegen Masken oder Tests in Grundschulen seien. “Wir wollten einfach wissen, ob etwas die Eltern mehr stört, ob vielleicht beides gar nicht stört oder nur eines von beiden”, sagt ZEB-Vorstand Martin Stoevesandt.

Die Manipulation flog erst auf, nachdem das Umfrage-Ergebnis bereits veröffentlicht worden war. Anlass der Überprüfung seien aufgebrachte E-Mails von Maskenbefürwortern gewesen, so Stoevesandt. Deren Verfasser hätten sich darüber geärgert, dass kleingeredet würde, dass sich eine so deutliche Mehrheit für Masken an Grundschulen ausgesprochen habe. Dies war ein Grund, weshalb der ZEB sich die Umfrage nochmal genauer anschaute. Ein anderer war, dass zum Beispiel in Oberneuland bei rund 300 Grundschülern 628 Stimmen abgegeben worden waren.

Maskenbefürworter schummelten mit Bot

Die Analyse ergab, dass ein Großteil aller am letzten Tag der Umfrage abgegebenen Stimmen auf einen Bot zurückgingen. Das heißt, eine Software hatte den Umfragebogen ausgefüllt – und das mehr als 7.000 Mal. So wurden in den drei Tagen vor der Manipulation ebensoviele Stimmen abgegeben wie in den letzten fünf Stunden der Umfrage. Die Ergebnisse änderten sich entsprechend: Statt zuvor 56,5 Prozent sprachen sich nun scheinbar nur noch 14,7 Prozent der Eltern gegen Masken aus.

Auf die Schliche kamen die ZEB-Vertreter der Manipulation letztlich, weil die Ausfülldauer vieler Einträge bei 0,0 Sekunden lag. “Das kann nur eine Maschine schaffen”, sagt Stoevesandt.

Wir sind erstaunt, dass sich jemand die Mühe gemacht hat.

ZEB-Vorstand Martin Stoevesandt

Ganz überraschend kam die Manipulation dann aber doch nicht. Denn es gebe zwar eine schweigende Mehrheit in der Elternschaft, die alles verhältnismäßig gelassen hinnehme, sagt Stoevesandt. Es gebe aber auch zwei Lager, die extrem weit voneinander weg lägen. “Das eine werde gerne mal mit dem Schlagwort – berechtigt oder unberechtigt – Querdenker überschrieben”, sagt der ZEB-Vorstandssprecher. Das andere könne man mittlerweile wohl mit “Zero Covid” überschreiben. Hier sei es eher letzteres Lager, das manipuliert habe. “Und das ist lächerlich und peinlich zugleich”,

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