Ein Plädoyer für Gewaltfreiheit

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30-04-21 03:13:00,

Aggression und Gewalt auf den Demos der Corona-Maßnahmenkritiker nehmen zu. Nicht nur von Seiten der Demonstranten, sondern auch und vor allem von Seiten der Staatsmacht. In Berlin ging man beispielsweise bei der letzten Demonstration am 21. April unverhältnismäßig hart mit Wasserwerfern und Pfefferspray gegen friedliche Demoteilnehmer vor. Die Nerven liegen blank und die Entwicklung lässt Böses erahnen. Lässt sich hier noch entgegensteuern? Michael Fritsch, der derzeit dienstenthobene Kriminalhauptkommissar aus Hannover, gegen den aufgrund seiner Rede auf einer Demonstration ein Disziplinarverfahren läuft, äußert sich im Gespräch mit Andrea Drescher über die Gewaltexzesse in Berlin.

In Berlin gab es zahlreiche gewalttätige Auseinandersetzungen mit der Polizei. Wie waren Deine Erfahrungen?

Ich war natürlich nicht gleichzeitig an verschiedenen Stellen und kann daher immer nur für das sprechen, was ich selbst wahrgenommen habe oder was mir von anderen berichtet wurde. Selber wahrgenommen habe ich, dass die Polizei sehr forsch mit den Demonstranten umgegangen ist. Die Veranstaltung auf der Straße des 17. Juni wurde von der Polizei aufgelöst und beendet, die Demonstranten aufgefordert, sich durch den Tierpark zu entfernen. Das haben wir dann auch gemacht und sind mit anderen in den Tierpark gegangen. Entlang der Straße des 17. Juni sind wir dann in Richtung Brandenburger Tor gezogen. Es standen an mehreren Stellen Menschen herum, die versucht haben, mit den Polizisten zu sprechen.

War das erfolgreich?

Teilweise hatte ich das Gefühl, dass sachliche Gespräche stattgefunden haben, aber das waren wohl die Ausnahmen. Die Stimmung war eher aggressiv.

Hast Du Polizeigewalt gesehen?

Direkte Polizeigewalt kenne ich diesmal nur aus Erzählungen. Mir wurde von mehreren Personen unabhängig voneinander erzählt, dass seitens der Polizei völlig anlasslos auf Frauen eingeschlagen wurde, dass sogar direkt Faustschläge ins Gesicht ausgeteilt wurden, worauf die Frauen teilweise auch zu Boden gingen. Das sind Berichte von verschiedenen Augenzeugen, ich selbst habe solche Szenen aber diesmal nicht beobachten müssen.

Wie hast Du die Stimmung der Polizei insgesamt erlebt?

Es fühlte sich für mich so an, als ob die Polizisten nicht neutral, sondern ablehnend gegenüber allen Demonstrationsteilnehmern eingestimmt waren. Es gab einige wenige Polizisten, die mal ein Augenzwinkern hatten, die uns ganz minimal zugenickt haben oder denen man auch in die Augen schauen und sehen konnte, dass sie mit dem, was da passiert, nicht einverstanden sind. Aber es waren sehr wenige an diesem Tag.

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