Hannes Hofbauer: „Es ist dystopisch“

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30-04-21 09:28:00,

Ein Riss geht durch die Linke in der Corona-Pandemie. Viele Linke scheinen nicht zu verstehen, dass die Begriffe „Freiheit“ und „Gerechtigkeit“ zusammengehören. Das sagt der österreichische Verleger Hannes Hofbauer. Im NachDenkSeiten-Interview kritisiert Hofbauer, dass ein gemeinsamer Aufschrei der Linken im Hinblick auf die Corona-Maßnahmen ausbleibt. Teile der Linken glaubten, dass „alle Maßnahmen der Volksgesundheit“ dienten. „Das Gesundheitsargument“, so Hofbauer, „wirkt schlagend, erschlagend.“ Hofbauer fordert, dass die Linke die Maßnahmen kritisch hinterfragt, wobei man nicht die Gefahr des Virus „kleinreden“ dürfe. Es gilt, so Hofbauer, „eine Politik einzufordern, die nicht diktatorisch von oben nach unten verordnet wird.“ Von Marcus Klöckner.

Vor kurzem hat der Deutsche Bundestag eine Ergänzung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen. Was hat es damit auf sich?

Zentralisieren und kontrollieren, so lautet offensichtlich die Devise. Dazu gibt es ein Sammelsurium an unterschiedlichen Inzidenzzahlen, bei denen Landkreise entweder Schulen und/oder Geschäfte öffnen dürfen oder schließen müssen. Es ist dystopisch, anders kann man es nicht nennen. Und es zeigt nach 14 Monaten Pandemiebekämpfung, wie die deutsche Bundesregierung ihre Unfähigkeit überspielt und Schritt für Schritt einen Überwachungsstaat aufbaut. Denn um Kontrolle und Überwachung geht es offensichtlich, das Argument mit der Gesundheit ist ein vorgeschobenes. Denn dass Lockdowns überhaupt etwas für die Gesundheit bringen, ist ja von hochrangigen Wissenschaftlern wie dem Stanford-Professor John Ioannidis mit seiner Megastudie in Zweifel gezogen worden; und auch die WHO hat bezüglich der Nützlichkeit von Lockdowns bereits im Herbst 2020 warnend eine Kehrtwendung vollzogen und vor den damit verbundenen Kollateralschäden und der um sich greifenden Armut gewarnt. Zusammen mit den in unseren Breiten durchgeführten Testorgien geben Lockdowns allerdings den Staaten, die wie Deutschland und Österreich darauf setzen, ein enormes Kontrollinstrument in die Hand, das sie nicht verlieren wollen.

Welche Gefahren sehen Sie?

Ich sehe die Gefahr, dass uns Maßnahmen wie Testen, Impfen und Gesundheitspässe erhalten bleiben, auch wenn die Gefährlichkeit des Virus überwunden sein wird. Diese Gefahr sehe ich deshalb, weil sich nun seit mehr als einem Jahr in den meisten politischen Parteien und vor allem auch in den Leitmedien autoritäre Charaktere breitgemacht haben und diese ihre Macht, der die große Mehrheit widerspruchslos ergeben scheint, nicht so leicht abgeben werden. Ähnlich argumentiert auch Heribert Prantl auf der liberalen Seite. Und Wolf Wetzel bringt diese Sicht als Linker in seinen beiden Beiträgen zum Buch „Herrschaft der Angst“ zum Ausdruck,

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