Die Diskursverrohung

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01-05-21 01:08:00,

*„Der schlaueste Weg, Menschen passiv und folgsam zu halten, ist, das Spektrum akzeptierter Meinungen strikt zu limitieren, aber innerhalb dieses Spektrums sehr lebhafte Debatten zu erlauben“ — Noam Chomsky.

Die Auseinandersetzungen zwischen Befürwortern und Kritikern der Corona-Maßnahmen nehmen zum Teil bedenkliche Formen an. So hatte die US-Sängerin Alecia Moore, besser bekannt als Pink, die Idee, dass Corona-Demonstranten nach einer Infektion die ärztliche Behandlung verweigert werden sollte. Pink sah sich auch noch zu einer Hetzkampagne gegen Andersdenkende genötigt. Wer jedoch über ein geschätztes Vermögen von 185 Millionen Euro verfügt wie Pink, dürfte sich zumindest keine Sorgen um eine medizinische Mangelversorgung machen müssen (1, 2).

Ein Bruder im Geiste ist Willy Oggier, der verschiedene Krankenhäuser in der Corona-Krise berät. Oggier forderte im Schweizer Tages-Anzeiger:

„Wer angezeigt wird, weil er die Abstands- und Hygieneregeln mutwillig missachtet, soll die Verantwortung für sein Handeln tragen. Ich schlage vor, dass diese Personen namentlich erfasst werden und im Zweifelsfall kein Intensivbett erhalten. Ganz nach dem Verursacherprinzip.“

Oggier findet es fairer, wenn „selbst ernannte Corona-Rebellen das Nachsehen“ hätten, sollte es in den Krankenhäusern eng werden. Und „saftige Ordnungsbußen, die ohne lange Verfahren ausgestellt werden können“ , wolle er auch. Die Verantwortlichen der vielen Kollateralschäden des Lockdowns, besonders jene mit Todesfolge, für ihr Handeln zur Rechenschaft zu ziehen, kam Oggier bei seiner Forderung „nach dem Verursacherprinzip“ nicht in den Sinn. Eine Haftung für den Lockdown-Wiederholungsfall wäre aber auch denkbar. Zu klären wären noch: Ist ein „Skeptiker“ dasselbe wie ein „Leugner“, ein „Leugner“ dasselbe wie ein „Kritiker“ und ein „Kritiker“ dasselbe wie ein „Skeptiker“? Und inwieweit ist ein Corona-Kritiker dafür verantwortlich, dass das Gesundheitssystem dezimiert, privatisiert und in den USA in einem katastrophalen Zustand ist? Sollen die dafür verantwortlichen Politiker und Berater nun auch keine Behandlung mehr bekommen?

Waren Berater wie Oggier jemals nötig? Wäre das Geld für Betten und Lohnerhöhungen des Personals nicht sinnvoller angelegt? Und vor allem: Wer ist an den Streichungen Hunderter Krankenhausbetten in der Corona-Krise schuld? Und, und, und? (3, 4).

Das französische Medium Basta Mag will bei seiner Recherche herausgefunden haben, dass die französische Regierung nicht nur 2019, sondern auch in der Coronakrise in mehr als einem Dutzend Krankenhäusern Krankenhausbetten und Personal reduzierte und weiterhin reduziert. Auch in Gebieten mit hohen Covid-19-Fallzahlen wie in Paris oder der Provence-Alpes-Côte d’Azur.

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