Wie russische Analysten das Ende der Ära Merkel und die Kanzlerin Baerbock einschätzen | Anti-Spiegel

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02-05-21 05:59:00,

Der russische Think-Tank Russtrat produziert sehr lesenswerte (geo-)politische Analysen. Nun hat man sich dort das Ende der Ära Merkel und die Politik der Grünen, sowie die künftige Kanzlerin Baerbock angeschaut. An ihrem Sieg bei der Bundestagswahl wird nicht gezweifelt

Ich habe schon einige der Analysen von Russtrat übersetzt, Sie finden Beispiele hier und hier. Nun habe ich eine Analyse des Think Tanks zur Lage in Deutschland gefunden, die ich so interessant fand, dass ich sie auch übersetzt habe, obwohl sie recht lang ist.

Beginn der Übersetzung:

Was wird aus Deutschland, wenn die Grünen gewinnen?

Die Bundestagswahl am 26. September 2021 wird aus drei Gründen epochal. Erstens wird es das letzte Mal sein, dass die Wähler ihren Willen auf dem Papier ausdrücken werden. Spätere Wahlen werden nur noch elektronisch durchgeführt. Zweitens: Angela Merkel, die das Land seit 2005 ununterbrochen geführt hat, wird nicht mehr Bundeskanzlerin.

Das Wichtigste aber ist das Dritte: Der Block aus CDU/CSU, dank der sich insbesondere die russisch-europäischen Beziehungen aktiv entwickelt und dann dem amerikanischen Druck relativ erfolgreich widerstanden haben, wird mit Sicherheit keine Mehrheit bekommen und keine Regierung bilden können, womit die Ära der besonderen deutschen Politik beendet wäre. Im Herbst wird Europa endgültig anti-russisch werden.

Man kann nicht sagen, dass Deutschland in der Vergangenheit besonders freundlich zu uns war. Es ist nur so, dass Politik immer aus der Wirtschaft kommt, und die wirtschaftlichen Interessen Moskaus und Berlins (vor der Vereinigung der beiden deutschen Staaten Bonns) deckten sich weitgehend, selbst wenn man die Mitgliedschaft der BRD in der NATO berücksichtigt.

Die von den Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg entworfene politische Struktur des westdeutschen Staates sprach sich deshalb für eine Normalisierung der Beziehungen zum „großen östlichen Nachbarn“ aus. Wenn auch nicht für Freundschaft, aber doch für Berechenbarkeit, Beständigkeit und normale Handelsbeziehungen, die nicht mit Politik vermischt wurden. Und das alles beruhte auf der Stabilität der Zentralisten von CDU/CSU.

Der Parteiblock der Christlich Demokratischen Union (CDU) und der Christlich Sozialistischen Union (CSU) deckte den gesamten erlaubten Raum der politischen Ideen und Ziele, die für den deutschen Staat „erlaubt“ waren, fest ab. Ohne auf Feinheiten einzugehen, besetzte die CDU „die Mitte und ein wenig Konservatismus nach rechts“ und die CSU nahm ein wenig „von der Mitte nach links“ und bildete so den sehr starren ideologischen Zentrismus,

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