AstraZeneca: Gefährliche Nebenwirkung viel häufiger als angenommen

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04-05-21 07:51:00,

COVID-19-Impfung: AstraZeneca stufte akuten Mangel an Blutplättchen bereits Mitte April als “häufige Nebenwirkung” ein. Einem bis zehn von 100 Geimpften drohen demnach innere Blutungen. Das Paul-Ehrlich-Institut hängt das aber nicht an die große Glocke.

von Susan Bonath

Die COVID-19-Impfstoffe können Blutgerinnsel begünstigen. Das gilt inzwischen als erwiesen. Speziell der Konzern AstraZeneca sorgte für Schlagzeilen, nachdem jüngere Geimpfte an Hirnvenenthrombosen oder Hirnblutungen verstorben waren. Beides in Kombination habe man nur “sehr selten” festgestellt. Und COVID-19 sei viel gefährlicher, beschwichtigten die deutsche Impfstoff-Überwachungsbehörde namens Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und die Leitmedien gleichermaßen. Doch mit einem brisanten Detail hält das PEI seit drei Wochen hinterm Berg: Eine sogenannte Thrombozytopenie tritt offenbar sehr viel häufiger auf als bisher bekannt. Ein solcher Mangel an Blutplättchen wird nicht immer bemerkt. Aber er kann im Ernstfall zu schweren inneren Blutungen, auch Hirnblutungen führen und gilt deshalb immer als Notfall.

PEI und Leitmedien schweigen

Das geht aus einem zweiten sogenannten “Rote-Hand-Brief” des schwedisch-britischen Pharmakonzerns AstraZeneca hervor. Dieser stammt bereits vom 13. April 2021. In den Leitmedien wurde darüber zumindest nicht aufsehenerregend berichtet. Lediglich auf dem Webblog tpk.at ist ein ausführlicherer Bericht zu finden.

Außerdem berichtete das Fachportal apotheke-adhoc.de über den Rote-Hand-Brief des britisch-schwedischen Impfstoffherstellers. Allerdings blieb der Umstand, dass Thrombozytopenien nunmehr als häufig gelten, darin unerwähnt. Das Paul-Ehrlich-Institut hat den Brief zwar ordnungsgemäß auf seiner Webseite veröffentlicht. Doch muss der Laie schon sehr akribisch suchen, um ihn dort zu finden.

Ein bis zehn Prozent der Geimpften könnten betroffen sein

Darin heißt es zwar, Thrombosen in Kombination mit Thrombozytopenie stufe der Ausschuss für Risikobewertung (PRAC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) weiterhin als “sehr seltene Nebenwirkung” durch eine AstraZeneca-Impfung ein. Allerdings räumt der Konzern wörtlich ein:

“Eine der Aktualisierungen betrifft Abschnitt 4.8 der Fachinformation. Thrombozytopenie wurde als unerwünschte Reaktion mit einer Häufigkeit von ‘häufig’ eingeführt, basierend auf Daten aus klinischen Studien.”

Nebenwirkungen von Medikamenten werden auf Beipackzetteln nach der Häufigkeit des Auftretens klassifiziert. “Sehr selten” bedeutet demnach, dass weniger als einer von 10.000 Patienten davon betroffen ist.

Als “häufig” wird so eine unerwünschte Wirkung deklariert, wenn sie bei einem bis zehn von 100 Patienten auftritt. Das Serum Vaxzevria von AstraZeneca wurde bis zum 2. April (neuere Sicherheitsberichte hat das zuständige PEI noch nicht veröffentlicht) knapp drei Millionen Mal verabreicht.

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