Der amerikanische Vize-König von Deutschland | KenFM.de

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04-05-21 07:13:00,

Ein Kommentar von Willy Wimmer.

Es wird in Washington Stimmung gegen die Berliner Regierung und damit gegen Deutschland gemacht. Angeblich raisonnieren Diplomaten gegen die unbotmäßige Haltung in Berlin, was drei politische Themenfelder anbelangt. Neben der Ostsee-Pipeline sind es die deutsche Haltung in Sachen Rußland und zunehmend China. Angeblich, so deutsche Presseberichte aus Washington, will keiner genannt werden, der da gegen Deutschland stichelt, bis auf einen. Es handelt sich um den ehemaligen amerikanischen Botschafter in Deutschland, Herrn John Kornblum. Man kennt ihn im Lande und Herr Botschafter John Kornblum kennt Deutschland. Vielleicht sogar besser als die meisten Deutschen sich selbst kennen. Dazu trägt seine internationale Erfahrung und seine jahrzehntelange Kenntnis der Umstände in Deutschland bei. Ein Schwergewicht also, was mit dem amerikanischen Botschafterposten in Deutschland ohnehin verbunden ist. Herr Kornblum spricht nach diesen Presseberichten jetzt von „ dem deutschen Problem” und das in Zusammenhang mit den genannten drei Politikfeldern. Damit der Ernst der Lage besinders deutlich wird, geht damit der Versuch einher, die Rolle Deutschlands in der EU zu relativieren. Das dürfte allerdings kein größeres Problem sein, da jeder amerikanische Botschafter in den Mitgliedsstaaten der EU dem Gastland gegenüber ohne Zögern gegenüber deutlich machen kann, wo die Daumenschrauben liegen.

Für Deutschland wurde bereits nach der Wiedervereinigung klar gemacht, wie hoch die Zahl der offiziell in Deutschland tätigen amerikanischen Agenten vereinbarungsgemäß sein würde. Den Gedanken an die übliche Reziprozität kann man getrost vergessen. Das gilt auch die berühmten transatlantischen Netzwerke, deren Aufgabe darin zu bestehen scheint, unter allen Umständen dafür zu sorgen, die politischen und medialen Institutionen Deutschlands so auf amerikanische Linie zu bringen, damit das Knirschen in den Beziehungen nicht allzu lange anhält. Oder hat jemand jemals davon gehört, daß aus diesen Netzwerken deutsche Positionen gegenüber Washington, zum Beispiel in Sachen Ostsee-Pipeline, vertreten worden sein sollten. Überall herrscht der Geist von Herrn Dr. Norbert Röttgen, der es bislang nur unterlassen hat, Moskau seine üblichen Vorwürfe deshalb zu machen, weil die Wiedervereinigung von Moskau ausging und betrieben wurde. Ansonsten scheint für die Röttgens und Büttighofers das Motto zu gelten: Feuer frei auf alles, was Washington quer kommt und sei es das eigene Land. Irgendwann kommt dem geneigten Betrachter der üble Satz von Churchill in den Sinn. Danach habe man „die Deutschen entweder am Hals oder zu Füßen”

Bei Präsident Jo Biden ist also Überraschung angesagt.

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