Eklat zwischen Banken und Bargeldbranche in EZB-Arbeitsgruppe wirft dunklen Schatten auf Bargeldstrategie – Geld und mehr

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04-05-21 07:15:00,

03. 05. 2021 | Im Rahmen ihrer eher heimlich “verkündeten” Bargeld-Strategie hat die Europäische Zentralbank (EZB) eine Arbeitsgruppe interessierter Organisationen beauftragt, Hindernisse für die Akzeptanz von Bargeld aufzulisten und zu analysieren. In dieser Arbeitsgruppe ist es zu einem Eklat gekommen, der die ganze Operation in Zweifel zieht.

Der EZB-Rat hat im September 2020 eine Bargeldstrategie beschlossen. Diese wurde bemerkenswerterweise erst am 2. Dezember ohne Ankündigung in den Tiefen des EZB-Internetauftritts “veröffentlicht”. Ich habe sie eine “Pontius-Pilatus-Strategie” genannt, die lediglich dazu diene, dass die Fraktion der Bargeldfreunde in der EZB und die EZB insgesamt ihre Hände in Unschuld waschen kann, wenn das Bargeld langsam stirbt.

Die neue “Bargeldstrategie” der EZB – eine Pontius-Pilatus-Strategie

Als nichtöffentlicher Teil der Bargeld-Strategie hat die EZB eine Arbeitsgruppe des European Retail Payment Board (ERPB) beauftragt, einen Bericht zur Sicherung des Zugangs zu Bargeld und der Akzeptanz von Bargeld zu erstellen. Der Europäische Retail-Zahlungsverkehrsrat ist eine von der EZB-geführte feste Beratungsgruppe. Mitglieder sind Vertreter von Banken und anderen Verbänden, die mit Zahlungsverkehr zu tun haben, als Anbieter, Händler oder Konsumenten.

Das E in der Abkürzung könnte ebenso gut für “Elektronisch” stehen, denn im Mandat des ERPB ist nur die Optimierung des elektronischen Zahlungsverkehrs als Ziel genannt. Weder “Bargeld” noch “Banknote” kommt im Text vor. Bargeld wird im Mandat des ERPB behandelt als wäre es nicht Teil des Zahlungsverkehrs. Das liegt vermutlich daran, dass der ERPB eine Gruppe unter der Ägide des Generaldirektorats Marktinfrastruktur und Zahlungsverkehr bei der EZB ist, und es daneben ein eigenes Direktorat Banknoten gibt.

Eine Gruppe mit der Aufgabe der Bargeldbewahrung zu betrauen, die bisher ihre Aufgabe darin sah, Bargeld möglichst überflüssig zu machen, und Bargeld, zumindest auf Geld-Anbieterseite, eher negativ gegenübersteht, hat sich schnell als problematisch herausgestellt.

Mitte April hat sich nach einem Eklat der Verband der europäischen Bargeldbranche, ESTA, unter scharfem Protest aus der Arbeitsgruppe zurückgezogen und angekündigt, einen konkurrierenden Bericht zum Thema zu veröffentlichen. ESTA ist kein ordentliches Mitglied im ERPB, weil ESTA ja nur mit Bargeld zu tun hat, und damit in der Definition des ERPB nicht mit Zahlungsverkehr. Der Verband durfte aber wie andere am Bargeld interessierte Verbände als externes Mitglied an der Arbeitsgruppe teilnehmen.

In einer von vier Unter-Arbeitsgruppen,

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