Wie Piraten

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05-05-21 08:13:00,

Syriens Erdölminister hat die amerikanischen Streitkräfte bezichtigt, sich „wie Piraten“ zu verhalten, während Washington fortfährt, den größten Teil des Ölreichtums des ressourcenreichen Nordostens von Syrien zu plündern, wo das Pentagon kurdische Milizen unterstützt.

„Amerika und seine Verbündeten nehmen die syrischen Ölfelder und seine Tanker aufs Korn, ganz wie Piraten“, sagte Bassam Tomeh, der Öl- und Rohstoffminister, diese Woche im Staatsfernsehen und fügte hinzu, dies sei eine bewusste Strategie zur Schädigung der syrischen Wirtschaft, die von den Öleinnahmen abhängig sei:

„Was während des ganzen Syrienkrieges geschah, hat keine Parallele in anderen Ländern. Man hindert uns an der Verwertung unserer Ressourcen und verhindert gleichzeitig, dass essenzielle Rohstoffe unser Land erreichen“ (1).

Tomeh gab an, dass der Gesamtschaden, den die amerikanische Besetzung der syrischen Ölindustrie zugefügt habe, 92 Milliarden Dollar übersteige und dass Washington gegenwärtig 90 Prozent der Ölressourcen Nordostsyriens kontrolliere.

In einem Interview im Februar mit der libanesischen Zeitung al-Akhbar sagte der Gouverneur der nordöstlichen Provinz Hasakah, Ghassan Khalil, dass die von den USA unterstützten kurdischen Milizen Tag für Tag 140.000 Barrel Rohöl (2) von den Ölfeldern dieses Gebietes stehlen. Danach würden die Milizionäre das Öl mithilfe von Tank-LKWs über die Grenze in den Irak schmuggeln.

Spätestens seit 2015 unterstützt das Pentagon direkt die „Syrian Democratic Forces“ (SDF), eine kurdisch dominierte Gruppe, die ein großes Gebiet im Nordosten kontrolliert. Die USA selbst unterhalten in Syrien ein Kontingent von 900 Soldaten, die eng mit den SDF zusammenarbeiten.

Während US-Beamte angeben, die militärische Präsenz in Syrien — die nach internationalem Recht illegal ist — diene dazu, ein Wiedererstarken des „Islamischen Staates“ (IS) zu verhindern, sprach der ehemalige Präsident Trump offen über seine Absicht, sich die Kontrolle über den Ölreichtum des Landes zu verschaffen.

„Denken Sie daran — wir behalten das Öl“, sagte er im Oktober 2019. „Ich habe immer gesagt: Behaltet das Öl. Wir wollen das Öl behalten. 45 Millionen Dollar jeden Monat? Behaltet das Öl.“

Obwohl Trump das Ziel seines Amtsvorgängers Obama, den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad zu stürzen — für das die USA hunderte Millionen Dollar in militante Dschihadistengruppen investiert haben —, weitgehend aufgegeben hat, verteidigte er doch wiederholt die Besetzung der Ölfelder und baute diese Strategie weiter aus.

Letztes Jahr vermittelte die Trump-Administration einen Deal zwischen den SDF und der amerikanischen Ölfirma Delta Crescent Energy,

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